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Christ Roberts (1944-2017)

Nachruf

Trauer um Chris Roberts

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Chris Roberts, der mit Hits wie „Die Maschen der Mädchen“ und „Du kannst nicht immer 17 sein“ das Schlager-Publikum der Siebzigerjahre begeisterte, ist im Alter von 73 Jahren gestorben. Lesen Sie hier unseren Nachruf: 

München – Im Studio 1 der Berliner Union-Film, das heute längst eingeebnet ist, gab es drei Könige. Hitparaden-Moderator Dieter Thomas Heck, den cholerischen Star-Regisseur Truck Branss – und natürlich Chris Roberts, Deutschlands erfolgreichsten Schlagersänger aller Zeiten. Ihm lagen alle zu Füßen – die Musikfans, die ihm elf Millionen Platten abkauften, die alte Hitparaden-Oma, die immer im Studio saß und mitklatschte, und die jungen Mädchen, die ihn bei jedem Auftritt mit Blumen überhäuften.

Chris Roberts, der bayerische Charmebolzen, war eine Art Paul McCartney des deutschen Schlagers. Nun ist er, nach schwierigen Jahren und einer Krebserkrankung, im Alter von 73 Jahren in Berlin gestorben. 61 Mal, hat Dieter Thomas Heck nachgezählt, trat Chris Roberts bei ihm in der Hitparade auf, also exakt in jeder dritten Sendung. Gefühlt hat Chris aber eigentlich in jeder Hitparade mitgesungen. Heck erinnert sich: „Wenn ein Chris Roberts Samstagabend ein neues Lied sang, rannten Millionen am Montag in die Plattenläden und kauften die Single. Dann wurde das Lied ein Hit.“

Und davon hatte Roberts unzählige. Nach einer Ausbildung zum Elektromechaniker entdeckte Musikproduzent Heinz Bertram den jungen staatenlosen Christian Klusácek (der übrigens erst 2016 die deutsche Staatsangehörigkeit bekam). Er modelte ihn um zum Mädchenschwarm Chris Roberts, der 1969 eine sagenhafte Parade von Hits startete: „Die Maschen der Mädchen“, „Ich bin verliebt in die Liebe“ oder „Hab’ ich Dir heute schon gesagt, dass ich Dich liebe“ – das war der Soundtrack der BRD. Die Siebzigerjahre – sie sahen nach Prilblumen aus, und sie klangen nach Chris Roberts. Als der Sänger 1973 von Bertram zu Ralph Siegel wechselte, war das ein Transfer wie in der Fußball-Bundesliga. Mit einem Siegel in Höchstform ging die Erfolgsserie weiter, mit „Du kannst nicht immer 17 sein“, „Do You speak English“ oder „Wann liegen wir uns wieder in den Armen, Barbara“ – 1977 Roberts’ letzter ganz großer Hit. Als sich Maestro Siegel lieber um andere Stars kümmerte, war Chris erst 33, und hatte seine besten Jahre hinter sich. Denn selbst schreiben konnte er seine Schlager nicht, im Gegensatz zu einem Roland Kaiser oder Michael Holm.

Nach leidlich erfolgreichen Platten mit seiner damaligen Frau Claudia ging es zuletzt steil abwärts mit dem einstigen Sonnyboy. Schulden, angeblich Pleite, diverse unglückliche Auftritte – mit der „Sonne im Herzen“, die er 1972 besang, wurde es immer schwieriger für ihn.

Nach Rex Gildo, Bernd Clüver oder zuletzt auch Gunter Gabriel lichten sich die Reihen der Hitparaden-Stars immer mehr. 

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