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Die Toten Hosen mit ihrem Ex-Schlagzeuger (v. li.): Wolfgang Rohde (Wölli), Andreas Meurer (Andi), Andreas Frege (Campino), Vom Ritchie, Andreas von Holst (Kuddel) und Michael Breitkopf (Breiti).

Mit 66 Jahren gestorben

Treibender Taktgeber: Nachruf auf "Wölli" von den Toten Hosen

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Düsseldorf - Fans und Band trauern um Wolfgang Rohde, Schlagzeuger der Toten Hosen, der mit 66 Jahren gestorben ist. Ein Nachruf.

Im vergangenen August ist er in Leipzig nochmals zu den Toten Hosen auf die Bühne gekommen – damals war sein Körper bereits vom Krebs gezeichnet. Doch Wolfgang Rohde wollte unbedingt weiterkämpfen: „Ihr gebt mir Energie!“, rief er der Menge zu. „Und ich werde es schaffen!“ Dann spielte die Band für ihren ehemaligen Schlagzeuger „Steh auf, wenn du am Boden bist“. Am Montag hat Rohde, den alle nur „Wölli“ nannten, im Alter von 66 Jahren den Kampf gegen die Krankheit verloren, wie in einem Teil unserer gestrigen Ausgabe berichtet. „Er war auch für uns ein Familienmitglied und bis zum letzten Tag ein enger Freund“, teilte die Düsseldorfer Band mit.

In Kiel geboren und in West-Berlin dem Wehrdienst entkommen, wurde Rohde 1986 Schlagzeuger der Toten Hosen – als die Gruppe erste Erfolge feierte. Bei „Damenwahl“ (1986), dem dritten Album mit Nummern wie „Disco in Moskau“ und dem „Altbierlied“, saß er erstmals hinterm Schlagwerk. Auch bei der Platte „Ein kleines bisschen Horrorschau“ (1988), die mit dem Hit „Hier kommt Alex“ den kommerziellen Durchbruch markierte, gab er den Rhythmus vor – nicht unbedingt virtuos, aber immer treibend. Was brauchte es mehr? „Ich habe mit den Hosen die 15 schönsten Jahre meines Lebens verbracht“, sagte Rohde einmal. „Wir sind von ganz unten nach ganz oben durchgestartet und waren teilweise 300 Tage im Jahr zusammen.“ Bandscheibenvorfälle und ein beinahe tödlicher Autounfall zwangen ihn 2000 zum Abschied. Doch blieb Rohde der Musik treu: Er gründete ein Festival in Meerbusch (Nordrhein-Westfalen), das vor allem dem Nachwuchs eine Plattform bietet, und stellte sich 2011 mit dem Album „Das ist noch nicht alles“ als Sänger vor.

Als die Hosen 2004 bei Rock am Ring auftraten, überraschte „Wölli“ die Besucher mit einem Gastauftritt an seinem alten Arbeitsplatz. Bevor er mit der Band „Bis zum bitteren Ende“ spielte, rief Rohde vom Schlagzeug aus den jubelnden Menschen zu: „Ihr macht einen alten Mann sehr, sehr glücklich.“ Das galt umgekehrt auch.

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