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Für Beatrice Egli ist der Fall klar. „Ich bin sicher, dass mich eine positive höhere Macht begleitet, unterstützt und beschützt“, sagte die frischgekürte Siegerin von „Deutschland sucht den Superstar“ am Montag der schweizerischen Zeitung „Blick“.

Beatrice Egli gewinnt

RTL-"Superstar":  Der Trend geht zum Schlager

München - Für Beatrice Egli ist der Fall klar. „Ich bin sicher, dass mich eine positive höhere Macht begleitet, unterstützt und beschützt“, sagte die frischgekürte Siegerin von „Deutschland sucht den Superstar“ der schweizerischen Zeitung „Blick“.

Für Hans Schmucker vom Marktforschungsunternehmen Media Control hat die 24-jährige „Schlagerprinzessin“ ihren Erfolg bei der RTL-Castingshow dagegen weniger den Mächten des Himmels als vielmehr einem klaren Trend zu deutscher Musik zu verdanken.

In den vergangenen zehn Jahren seien in den deutschen Albumcharts die Schlagersänger besonders erfolgreich gewesen, hat Schmucker herausgefunden. In diesem Zeitraum hat der Media-Control-Auswertung zufolge kein Künstler mit seinen Alben mehr „Chartswochen“ verzeichnet als Andrea Berg – nämlich 701. Auf den zweiten Platz kam mit Helene Fischer (533 Wochen) ebenfalls eine Schlagersängerin, die sich damit noch vor Megastar Robbie Williams (463 Wochen) schieben konnte. Im laufenden Jahr standen laut Schmucker in 13 von 18 Wochen deutsche oder deutschsprachige Künstler auf Platz 1 der Albumcharts.

Der Erfolg sei längst nicht mehr nur auf CD-Verkäufe zurückzuführen, immer mehr Schlagerfans versorgten sich per Download aus dem Internet mit Deutschsprachigem. Kein Wunder, dass RTL in der jüngsten „DSDS“-Staffel auf diesen Trend setzte und vor zwei Wochen sogar Schlagerkönigin Andrea Berg als „Gastjurorin“ in die Sendung holte. Dies und der Durchmarsch Eglis konnten den Abwärtstrend des Formats in der Publikumsgunst allerdings nicht stoppen. Die zehnte Staffel war die schwächste in der Geschichte der Reihe.

Von der wieder erwachten Liebe der Deutschen zu Herz und Schmerz konnten jedoch auch die einschlägigen Sendungen der Öffentlich-Rechtlichen bislang nicht profitieren – im Gegenteil. Erzielte Florian Silbereisen mit seinen „Festen der Volksmusik“ (ARD) nach Angaben des Senderverbundes zwischen 2004 und 2007 im Durchschnitt noch mehr als sechs Millionen Zuschauer, liegt die Quote im laufenden Jahr bei nicht einmal fünf Millionen. Und auch das ZDF musste mit seiner Show „Willkommen bei Carmen Nebel“ Federn lassen. Von 5,6 Millionen Zuschauern im Jahr 2004 sank die Zahl auf aktuell 4,1 Millionen.

Der Mainzer Sender hat darauf bereits reagiert und wie berichtet die Zahl von Nebels Auftritten im nächsten Jahr von sechs auf drei (plus Weihnachtsausgabe) halbiert. Zugleich will Unterhaltungschef Oliver Fuchs Helene Fischer ans Haus binden. Fürs laufende Jahr ist eine Sendung mit der 28-Jährigen als Gastgeberin geplant. Auch die ARD schmückt sich mit dem Star, vergangene Woche präsentierte man Fischer drei Stunden lang zur besten Sendezeit.

„DSDS“-Gewinnerin Beatrice Egli ist sich sicher, dem Schlager eine Verjüngungskur verpasst zu haben, wie sie dem „Blick“ sagte: „Egal ob Kinder oder Großeltern, die Menschen hören in der Regel gerne Schlager. Es ist schön, wenn sich nun die Generationen noch etwas mehr vermischen.“ Das wünschen sich – mit Blick auf ihre Marktanteile – sicher auch die Fernsehsender.

Von Rudolf Ogiermann

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