Trotz Skepsis auch Zuversicht

- Mehr Aussteller und mehr Besucher bei der Frankfurter Buchmesse: Zum Abschluss der Bücherschau erwartete Direktor Volker Neumann eine "Initialzündung" für das stagnierende Gewerbe. Bis Sonntagabend - einen Tag vor Ende der Buchmesse - wurden 273 000 Besucher gezählt. Das ist ein Plus von knapp acht Prozent. Sein Ziel von 15 Prozent plus hat Volker Neumann damit allerdings nicht erreicht. Insgesamt präsentierten auf der Messe 6638 Aussteller (plus vier Prozent) aus 102 Ländern 335 000 Titel.

<P>Neumanns Optimismus wird nicht von allen Verlagen geteilt. In einer Umfrage erklärte etwa Klaus Wagenbach, er rechne nicht mit einer raschen wirtschaftlichen Erholung. "Bei vielen Verlagen ist das noch ein Stück weit Wunschdenken", sagte auch die Sprecherin von Gräfe und Unzer, Claudia Uhr. "Aber Gejammer gab es lange genug. Da ist der Versuch gut, den Kopf aus dem Sand zu nehmen." Vor allem stark spezialisierte Kleinverlage sowie Großverlage beurteilten die Aussichten für das Weihnachtsgeschäft zuversichtlicher. Die Tendenz zu einer "ungeheuren Spezialisierung auf die Spitzentitel" setze sich allerdings fort, so der Cheflektor des Eichborn Verlags, Matthias Bischoff. Der Strukturwandel in Verlagen und im Buchhandel sei noch lange nicht abgeschlossen.</P><P>Über den früheren Publikumsandrang auf der Messe waren vor allem viele ausländische Aussteller wenig glücklich. Auch sie durften ihre Stände erst am Montag abbauen, obwohl sich die Besucher praktisch ausschließlich in den deutschen Hallen drängten. Doch an dieser Regelung will Neumann auch im nächsten Jahr mit dem Gastland Arabische Welt nicht rütteln. Beim "Spagat" zwischen Arbeits- und Publikumsmesse will Neumann jedoch die Bedingungen für die Fachbesucher, die dieses Jahr wieder zahlreicher vertreten waren, weiter verbessern. Die ersten Tage der Messe, der weltweit bedeutendsten für die Handel mit Lizenzrechten, sollen möglichst "eventfrei" gehalten werden. Im kommenden Jahr werden die Stände dank Vorbucher-Rabatten deutlich billiger. "Der Anmeldesturm ist ganz gewaltig", sagte Volker Neumann.<BR>Thomas Maier<BR></P>

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