"Troubadour" kommt

- Das Konzept des neuen Intendanten der Bregenzer Festspiele, David Pountney, mit einer Mischung aus Kontinuität und Innovation an den Start zu gehen, scheint aufgegangen zu sein. Über 200 000 Gäste haben Leonard Bernsteins "West Side Story" gesehen haben. Insgesamt hat das gut vierwöchige Festival rund 226 000 Besucher an den Bodensee gelockt. Die Bernstein-Wiederaufnahme wurde 28 Mal gespielt - eine Rekordzahl in einer zweiten Saison. Das Musical dürfte mit zusammen 56 Aufführungen als erfolgreichstes "Spiel auf dem See" in die Festivalgeschichte eingehen.

<P>Pountney will die Bregenzer Tradition fortführen, Kultur auf hohem Niveau für ein großes Publikum zu bieten. Doch er machte von Anfang an deutlich, dass er neue Töne anzuschlagen gedenkt. Schon bei der Eröffnungsfeier wehte frischer Wind: Anstelle des üblichen Pomps machte das Darstellerteam mit Spiel- und Showeinlagen Appetit aufs Angebot, das mit 86 Veranstaltungen so umfangreich wie nie zuvor war. Auch seine Idee, mit Kurt Weill erstmals einen Themenschwerpunkt zu setzen, kam beim Publikum gut an. Umjubelt wurde Weills skurrile Operette "Der Kuhhandel", die Pountney selbst schwungvoll und bissig im stets ausverkauften Kornmarkttheater in Szene setzte. Dieses Genre soll auch künftig fester Bestandteil des Festivals sein. In bester Erinnerung der Besucher dürften auch Weills Einakter "Der Protagonist" und "Royal Palace" bleiben, die im Festspielhaus erstmals gemeinsam über die Bühne gingen. Selten gespieltes Musiktheater vor dem Vergessen zu bewahren, das hat auch Pountney sich auf die Fahnen geschrieben.<BR><BR>Bregenz-Fans können sich schon auf die nächste Saison freuen. Auf dem See wird Giuseppe Verdis "Der Troubadour" in der Regie des Kanadiers Robert Carsen zu sehen sein. Im Festspielhaus steht die Opernrarität "Maskerade" des dänischen Komponisten Carl Nielsen (1865-1931) in der Regie Pountneys auf dem Programm.<BR></P><P>Infos: www.bregenzerfestspiele.com.</P>

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