Auf Tuchfühlung mit den Stars

- Zugegeben: Heiß war es ja. Aber deshalb gleich nach jedem der vier Gstanzl einen 0,5er-Krug austrinken? Wie das Anna Maria Sturm von der Falckenbergschule geschafft hat, ohne nennenswertes Aufstoßen und ohne sofortiges Aufsuchen des WC, das bleibt ihr Geheimnis. Auf jeden Fall hat sie ihren Durst gelöscht - und 200 Zuschauer zum Lachen und rhythmischen Klatschen gebracht.

Es war einer der humoristischen Höhepunkte der Feier zur Verleihung des Merkur-Theaterpreises. Und die war ja nie als steife Gala gedacht, sondern bereitete wie immer einen unbeschwerten, amüsanten Abend in der Otto-Falckenberg-Schule, den die Studenten mit ihren Liedern "würzten".

Zum insgesamt elften Mal hatten sich die Leser unserer Zeitung entschieden, heuer für ein recht gut "gemischtes" Trio. Für Opernsängerin Vesselina Kasarova, die - ein schöner Zufall - am Vorabend ihres Geburtstages ausgezeichnet wurde, für Kabarett- und Schauspieler-Schwergewicht Gerhard Polt sowie für Fernseh-, Film- und Boulevard-Star Pascal Breuer. Für alle drei gab's nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch Gewichtiges: eine Nachbildung von Giambolognas Merkur-Statue, die der Münchner Künstler Vincent Mitzev in Bronze gegossen hat. Eine etwas kleinere Ausgabe durfte Lena Dörrie mitnehmen, sie erhielt dafür zusätzlich den von Dirk und Marlene Ippen gestifteten Merkur-Förderpreis.

Dass nach der Fußball-WM nun zum eigentlich Wichtigen zurückgekehrt wird, machte Feuilleton-Chefin Sabine Dultz klar: "Der Rausch ist verflogen, die Emotionen sind wieder unter Verschluss. Gott sei Dank, dass es das Theater gibt!" Merkur-Verleger Dirk Ippen erinnerte daran, dass die Zeitung "auch zusammen mit unseren Lesern" eine Familie bilde. 100 Leser, die sich an der Wahl beteiligt hatten, wurden für dieses Familienfest ausgelost. Und die nutzten den Abend nicht nur, um Reden, Dankesworte und Darbietungen zu verfolgen, sondern gingen im "inoffiziellen Teil" auch - hier ein Autogrammwunsch, dort ein kleines Gespräch - auf Tuchfühlung mit den Stars.

Nicht nur die 2006er-Preisträger standen dabei im Mittelpunkt des Interesses, sondern auch Gewinner aus früheren Jahren, Nominierte sowie Gäste aus der Theater-, Opern- und Kulturpolitikszene, die sich dieses Fest nicht entgehen lassen wollten. Und dass unter den Falckenberglern der eine oder andere Merkur-Preisträger von morgen aktiv war, das dürfte nach diesem - von Matthias Heiling einstudierten - Schlagerprogramm ja ohnehin als gesichert gelten.

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