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Phily-Noch-Chefdirigent Christian Thielemann fordert eine Befreiungsschlag für die akustischen Probleme im Gasteig. 

Thielemann für "Totaloperation am Gasteig"

München - In der Münchner Musiksaal-Debatte um die Philharmonie im Gasteig hat sich nun Christian Thielemann zu Wort gemeldet.

Nur eine “Totaloperation“ könne den Gasteig retten, sagte der scheidende Chefdirigent der Münchner Philharmoniker im Interview mit dem “Münchner Merkur“ (Samstag). “Das heißt: entkernen und komplett umbauen. Ich würde allen raten, ein großes Werk zu beginnen“, sagte er und forderte “einen Befreiungsschlag“.

Eine Debatte um einen neuen Musiksaal sollte erst beginnen, wenn alle Möglichkeiten im Gasteig ausgelotet seien. “Der Standort ist ja sehr gut und verkehrstechnisch hervorragend angebunden.“ Die akustische Situation in der Philharmonie sei sehr problematisch. “Wir haben wirklich alles versucht“, betonte Thielemann. “Viele Dinge, die nicht ganz genau gespielt klingen, sind diesem Saal geschuldet.“

Die Stadt sei sich über dieses große Problem nicht ganz im Klaren. “Eine Stadt wie München, die so viel Weltklasse zu bieten hat, müsste auch beim Gasteig entsprechenden Ehrgeiz entwickeln“, forderte der Star-Dirigent. “Man hat hier, vom Wiederaufbau der Residenz nach dem Krieg bis zur Allianz-Arena, immer in größeren Zusammenhängen gedacht.“

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hatte die Debatte um einen neuen Musiksaal in München am Freitag befeuert und eine schnelle Lösung gefordert. Im Gegensatz zum Freistaat, der einen kompletten Neubau will, macht die Stadt sich für einen Umbau des Gasteigs stark, den danach dann Münchner Philharmoniker und das bislang heimatlose Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gemeinsam nutzen können.

Thielemann glaubt an eine solche gemeinsame Nutzung, wie er im “Merkur“-Interview sagte. “Ich glaube, es wäre mit gutem Willen möglich. Dafür müssten beide Orchester allerdings runter vom hohen Ross."

dpa

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