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Charme-Offensive: Sänger Theo Hutchcraft

Kritik

Geheimkonzert mit Hurts: Überraschung geglückt

München - Überraschung geglückt: Die Band Hurts überzeugt als „Secret Gig“ im BMW-Museum.

Ist’s Wanda? Oder gar Andreas Gabalier? „Was, den wollt ihr hören?“ – EgoFM-Moderator Max kann sich den Seitenhieb nicht verkneifen. Aber es ist schon wahr: An diesem Abend könnte jeder auf der Bühne stehen. Die rund 180 Gäste, die über den Radiosender Karten für das Konzert im BMW-Museum gewonnen hatten, wissen nicht, was es zu hören gibt. Und raten fröhlich drauf los. Um kurz nach 21 Uhr dann die Auflösung: Die Überraschungsgäste sind aus Manchester nach München gereist – es ist die britische Synthie-Pop-Band Hurts. Für sie ist das hier vor allem ein gelungener Promotion-Termin. 45 Minuten lang (ohne Zugabe) stellen sie ihr neues Album „Surrender“ (Kritik siehe Randspalte) vor.

Nun lebt ein Konzert vor allem von den Momenten, in denen die Fans den Sängern die Arbeit abnehmen und begeistert deren Evergreens grölen. Wie gut, dass die Briten einige bekannte Hits im Repertoire haben: von „Wonderful Life“ bis „Miracle“ – Sänger Theo Hutchcraft bringt sie mit charmanter Lässigkeit und spiegelt damit die ebenso cool und zunächst etwas skeptisch dreinblickenden Zuschauer. Die Mädels in den vorderen Reihen freilich sind von Sekunde eins an elektrisiert. Alle anderen lassen sich vom Flirt-begabten Hutchcraft dazu animieren, mitzuspringen. Am Ende singt er euphorisch „Stay“, mit extralang gezogenem „ayyyyyyy“. Schade, dass sie selbst nicht länger geblieben sind. Überraschung geglückt. 

Katja Kraft

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