Überwiegend Klassisches

München - Keine Zeit, keine Zeit. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich darin, dass nicht nur der Intendant gerade wieder inszeniert, sondern auch der Chefdramaturg erneut Regie führen muss. Nicht nur, dass man am Bayerischen Staatsschauspiel also ewig nicht damit herausrückte, was die Zuschauer von der kommenden Saison erwarten dürfen. Jetzt verzichteten Dieter Dorn und Hans-Joachim Ruckhäberle auch noch darauf, das Premierenprogramm selbst der Öffentlichkeit vorzustellen. Sie begnügten sich mit dem Versenden des Prospektes.

Drei Häuser gilt es zu bespielen - das Residenztheater, den Marstall und das zurückgewonnene Cuvilliés-Theater. Überwiegend klassisch geht's zu ab Oktober 2008. Goethe, Schiller, Kleist, Tschechow, Marivaux, Racine, Euripides. Zwei Stars des Dorn-Ensembles, Lambert Hamel und Jens Harzer, sind prominent besetzt: Hamel spielt den Dorfrichter Adam im "Zerbrochnen Krug", den Tina Lanik inszeniert; Harzer die Titelrolle in Tschechows "Platonow". Regisseur ist Jürgen Gosch, der damit erstmals in München arbeiten wird. Als Gastspiel war er hier bereits mit "Macbeth" zu Besuch. Und als Gastspiel soll im Januar auch seine glänzende Berliner "Onkel Wanja"-Inszenierung - mit Harzer als Arzt Astrow - am Residenztheater zu sehen sein.

Und hier die anderen Neuigkeiten im Residenztheater:

- "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" von Friedrich Schiller; Regie Ruckhäberle, Titelrolle Felix Rech; Premiere: 18. Oktober 2008.

- "Iphigenie auf Tauris" von Johann Wolfgang Goethe; Regie Alexander Nerlich; November 2008.

-"Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist; Regie Lanik; neben Hamel als Dorfrichter ist Barbara Melzl die Marthe Rull. Februar 2009.

- "Alkestis" von Euripides; Regie Dieter Dorn; März 2009.

- "Platonow" von Anton Tschechow; Regie Jürgen Gosch; Mai 2009.

-Außerdem ist eine Inszenierung von Thomas Langhoff vorgesehen; und auch Jens-Daniel Herzog, der früher an den Kammerspielen inszeniert hat, kehrt mit einer Arbeit zum Dorn-Ensemble zurück.

Im Cuvilliés-Theater wird es vier Premieren geben.

- "Das Ende vom Anfang" von Sean O'Casey; Regie Dieter Dorn, mit Oliver Nägele und Michael von Au; 28. Oktober 2008.

-"Die Unbeständigkeit der Liebe" von Pierre Carlet de Marivaux; Regie Jan Philipp Gloger; Dezember 2008.

- "Andromache" von Jean Racine; Regie Hans Ulrich Becker; März 2009.

-Und eine noch nicht benannte Inszenierung von Tina Lanik.

Der Marstall steht wie gewohnt vornehmlich neueren Stück offen, darunter welche von Fausto Paravidino, Sarah Kane und Werner Fritsch. Und dazu zwei alte Autoren: Karl Valentin und Franz Xaver Kroetz, wobei Kroetz auch als Regisseur agiert.

Natürlich, kein Spielplan ist vollkommen. Und so vermisst man auch bei diesem mindestens einen großen Zeitgenossen. Aber kein Botho Strauß in Sicht, kein Peter Handke, keine Theresia Walser. . .

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