Ulrich Khuon wird Intendant des Deutschen Theaters Berlin

- "Die Fremdheit überwiegt noch", bekennt Ulrich Khuon, Intendant des Hamburger Thalia Theaters, der der neue Chef des Deutschen Theaters Berlin wird. Er löst Bernd Wilms ab, dessen Vertrag 2008 ausläuft. Ein peinliches Tauziehen hatte seit längerem in Berlin stattgefunden. Zuletzt war Thomas Oberender (Salzburger Festspiele) für die Nachfolge vorgesehen gewesen.

Dessen Vertrag war bereits unterzeichnet worden, obwohl erst die neue Regierung einen Theatermacher küren wollte. Zuvor war vom damaligen Kultursenator Thomas Flierl der Schriftsteller Christoph Hein für die Leitung des Hauses vorgesehen gewesen, der jedoch nach viel Kritik noch vor Antritt seines Amtes wieder aufgab.

Der 55-jährige Khuon war in den 90er-Jahren Chef des Schauspiels am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover. Dort machte er mit seinem innovativen Theater Furore. Seit der Spielzeit 2000/2001 ist er Intendant des Thalia Theaters Hamburg, wo er die Nachfolge von Jürgen Flimm antrat. Der gebürtige Stuttgarter versammelte Regisseure wie Andreas Kriegenburg, Stephan Kimmig, Michael Thalheimer, Armin Petras und Martin Kusej um sich. Neben dem traditionellen Repertoire setzte er vor allem mit zeitgenössischen Stücken junger Autoren Schwerpunkte. Khuon: "Das allgemeine Regietheater-Mobbing teile ich nicht. Meine Leidenschaft gehört dem zeitgenössischen Theater."

Das 1883 gegründete, einst von Max Reinhardt geleitete Deutsche Theater gilt als eine der großen Bühnen in der Hauptstadt ­ neben dem von Claus Peymann geleiteten Berliner Ensemble, Frank Castorfs Volksbühne und der Schaubühne am Lehniner Platz von Thomas Ostermeier.

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