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Bernhard Maaz stellte sich am Dienstag als neuer Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen vor.

Amtseinführung Bernhard Maaz

Pläne für die Pinakotheken: "Umfassende Umwälzungen"

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München - Der neue Pinakotheken-Generaldirektor Bernhard Maaz und Kunstminister Ludwig Spaenle über ihre Ziele.

„Es ist eine große Ehre, eine große Aufgabe, eine große Verlockung – und es gibt ein großes Netzwerk an Museen“, sagte am Dienstagnachmittag Bernhard Maaz bei seiner Amtseinführung. Minister Ludwig Spaenle stellte der Presse im Kunstministerium am Salvatorplatz den Nachfolger von Klaus Schrenk vor. Maaz ist ab 1. April als Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen für die Alte und Neue Pinakothek (AP, NP) sowie die Pinakothek der Moderne (PDM), die Schack-Galerie und außerdem zwölf Zweigmuseen in ganz Bayern verantwortlich – und hat ein Auge auf das Museum Brandhorst. Für Spaenle war im Hinblick auf die laufende Sanierung der Alten und zukünftige Renovierung der Neuen Pinakothek von großer Bedeutung, einen versierten Umbau-Spezialisten (Berlin und Dresden) gewonnen zu haben. Der Minister spricht genauso dezidiert „langfristige Planungen“ an, „um für den Standort München Akzente zu setzen“. Ein „Masterplan“ für das Kunstareal soll her.

Maaz hakt da ein. Von Bedeutung sei nicht, wie das einzigartig Konglomerat von Museen und Kultureinrichtungen zu nennen sei, sondern, dass „wir etwas dafür tun“. Spaenle betont: „Wie schaffen wir Platz? Wie könnten Entwicklungslinien aussehen? Wo entstehen neue Orte für Kunst?“ Da bei Universität und TU „umfassende Umwälzungen“ anstünden, gebe es jetzt „ein Gestaltungsfenster“. Der Minister spricht schon mal „verkehrslenkende Maßnahmen“ an, die insbesondere die Pinakotheken besser von der Altstadt aus erreichbar machen, und „weitere Bauabschnitte“. Darf man auf die Vollendung der PDM hoffen und/oder auf den ersehnten neuen Konzertsaal? Spaenle spricht jedenfalls von einer „Aufgabe für Generationen – das ist schon anspruchsvoll!“.

Generaldirektor Bernhard Maaz, der ganz besonders die hiesige Sammlung der Klassischen Moderne preist, will zu Ausstellungen noch nichts Konkretes sagen. Das müsse er erst mit seinem neuen Team besprechen. Aber eine Häuser-übergreifende Schau könne er sich denken. Forschungspräsentationen seien wünschenswert, nicht nur um eher unbekannte Künstler zu zeigen, sondern auch die Restaurierungsergebnisse: „Das sind kleine Etüden mit großer Wirkung.“ Deutlicher wird der neue Chef bei einem möglichen großen Pinakotheken-Manöver. Er plant, Werke des späten 18. Jahrhunderts aus der Neuen in die Alte Pinakothek zu versetzen. In der Neuen Pinakothek würde er dann den Bogen von Caspar David Friedrich bis Wassily Kandinsky spannen, also von der Romantik zum Expressionismus. In der PDM wäre damit mehr Platz für die aktuelle Kunst.

Bei den Sanierungsvorhaben hat sich Maaz ebenfalls schon Einblick verschafft. Die Arbeiten in der AP laufen gut. Als Ziel habe er „das ökologische Museum als Museum der Zukunft“ angepeilt. Und zur zweiten Baustelle: „In den nächsten drei Jahren wird für die NP geplant“, was Ausweichquartiere, Logistik oder Architekturbüros betreffe. Beide großen Häuser müssten präsent bleiben; sie würden auf keinen Fall geschlossen. Daneben hat Maaz das Internet genauso im Blick wie Museumspädagogik (vertieft bei Kindern mit Migrationshintergrund) und ein Buch-Projekt, das zu den Zweiggalerien locken soll: „der Ver-Führer zu den Sammlungen“. Hoffentlich kommt der Generaldirektor der Staatsgemäldesammlungen selbst nicht nur zu Arbeits-Ausflügen, denn er freut sich doch so auf Bayern – „im Süden zu sein, wo’s am schönsten ist, weil hintendran die Berge sind“.

Von Simone Dattenberger

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