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Ihren großen Auftritt darf Roxie Hart (Carien Keizer) kurz genießen und zumindest für ein paar Minuten erleben, wie sich Ruhm anfühlt. Bis der nächste „Star“ die Schlagzeilen erobert.

Premieren-Kritik

"Chicago" im Deutschen Theater: Ein Mords-Spaß

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München - Bei der umjubelten Premiere vom Musical „Chicago“ im Deutschen Theater stimmte musikalisch und schauspielerisch alles.

Erstaunlich, wie unterhaltsam Mord sein kann. Klar liegt das zu einem großen Teil an den attraktiven Mörderinnen. Ein Colt schaut doch gleich gar nicht mehr so angsteinflößend aus, wenn er von einer großen Blonden mit Spinnenbeinen in den feinen Damenhänden gehalten wird. Blöd für das Opfer, dass die Wirkung beim Abdrücken dieselbe ist: Ob mit rot lackiertem Frauen- oder grobem Männerfinger ausgelöst – die Kugel bleibt tödlich. Aber die Geschichte, die danach folgt, wird eindeutig interessanter fürs Publikum, wenn die Übeltäterin Roxie Hart heißt. Den Beweis gab’s nun bei der „Chicago“-Premiere im Deutschen Theater in München.

Hier stimmt alles: Carien Keizer spielt herrlich komisch die Nachtclubsängerin und Liebhaber-Mörderin Roxie, die aus der Story um ihr Verbrechen Ruhm und Geld machen möchte – und dafür die Unschuld vom Lande gibt. Sie macht sich zur Marionette von Staranwalt Billy Flynn (Livio Cecini), und das nicht nur im übertragenen Sinne. Während der Gerichtsverhandlung wird sie zur sprechenden Puppe. Sie bewegt die Lippen, was es zu sagen gilt, übernimmt der zwielichtige Frank-Sinatra-Verschnitt, der die Bühne des amerikanischen Justizsystems perfekt zu bespielen weiß.

Es sind solche slapstick-artigen Spielereien, die die Show von anderen Musicals unterscheidet. Hier reicht nicht exzellentes Tanz- und Gesangstalent: Die Inszenierung lebt auch vom schauspielerischen Können und Timing-Gefühl der Darsteller. Eine, die das genau wie Keizer meisterlich beherrscht, ist Caroline Frank als Roxies Knastschwester und Konkurrentin Velma Kelly. Ihr gelingt es, die Derbheit der Mörderin herauszustellen – ohne in Klischees à la Fernsehserie „Frauenknast“ abzudriften.

Ein besonderer Clou dieser Revue-artigen Show auf engstem Raum: Das Orchester sitzt mit auf der Bühne und greift ins Geschehen ein. Da flirtet Roxie mit dem musikalischen Leiter Jochen Kilian, der wiederum mit vielsagenden Blicken die Szenerie immer wieder kommentiert. Das hat Schwung, das hat Witz – und macht einen Mords-Spaß. Berechtigt großer Jubel. " menschen

Weitere Vorstellungen

bis 10. April;

Karten: 089/ 55 23 44 44.

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