Umzug mit Problemen

- Man ist gut drauf an den Münchner Kammerspielen. Nach einer geglückten Premiere zum Saisonauftakt ("In den Alpen") und einem umjubelten Gastspiel mit dem "Starken Stamm" in St. Petersburg müssen nun auch die folgenden Vorhaben auf guten Weg gebracht werden. Zum Beispiel die Produktion von "Schlachten"-Regisseur Luk Perceval, die ab morgen für drei Tage mit seiner Version des "König Lear" in der Jutierhalle gastiert _ "L. King of Pain". Ebenso ein Londoner Import mit Simon McBurneys "Mnemonic" vom 7. bis 9. 11. im Neuen Haus.

<P>Promotion braucht auch die etwas anders geartete Inszenierung der "Perser", die eine Truppe bildender Künstler, genannt Hobbypopmuseum, am 31. 10. im Neuen Haus zur Premiere bringt. Es wird dies die erste Theaterarbeit dieser Performance-Spezialisten sein, deren laienhafter Status aufgewertet wird durch die Mitwirkung von den Bühnenprofis Doris Schade und Hannes Hellmann. Was aber spielen, sollte dieses "Experiment" der Debütanten schief gehen? </P><P>"Peterchens Mondfahrt", so Frank Baumbauer, "haben wir immer in petto." Doch die Sache ist ernst zu nehmen, genauso wie jene Antiken-Projekte, die derzeit mit dem Ensemble erarbeitet werden: Heiner Müllers "Medea"-Version (25. 10.) sowie Aischylos' "Orestie" (30. 11.). Während sich Andreas Grothgar (Macbeth) bereits nach einem Jahr schon wieder vom Baumbauer-Team Richtung Berlin verabschiedet hat, steht von Berlin kommend nun erstmals Ulrike Krumbiegel auf einer Münchner Bühne _ als Kassandra. </P><P>Aber es gibt für die Münchner Kammerspiele auch handfeste Probleme. Und zwar sind die mit dem Rückzug ins Schauspielhaus verbunden, das voraussichtlich am 23. März 2002 wiedereröffnet und wo "Othello" am 29. 3. die erste Premiere sein wird. Baumbauer: "Wir bräuchten für 2003 mehr Geld, denn da müssen wir eigentlich richtig neu anfangen." Kein einziges Stück, das jetzt im Neuen Haus zu sehen ist, kann ins Schauspielhaus übernommen werden, weil sich die Bühnenmaße so gravierend unterscheiden. Außerdem: Ab Herbst 2003 bleibt das Neue Haus für einige Monate geschlossen zwecks Rückbau zum ganz normalen Probengebäude. Doch auf zusätzliche Gelder dürfte aufgrund der aktuellen Haushaltssperre wohl kaum zu hoffen sein.</P>

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