Unbändige Kraft

- Die Münchner Allerheiligen-Hofkirche ist in ihrer Schlichtheit und Unaufdringlichkeit ein Ort, an dem man in Konzertsaal-Atmosphäre zur Ruhe kommen kann. Ideal also für eine Musik, die aus der Stille der Achtsamkeit heraus ihre unbändige Kraft entwickelt; wie die Musik des französischen Bassisten Renaud Garcia-Fons, der hier im Rahmen von "jazz lines" sein neues Programm "Entre Continentes" vorstellte. Garcia-Fons bindet bei diesem Projekt den Flamenco in seinen Spielstil mit ein und kreiert so ein weiteres Stück eigener musikalischer Identität. Unterstützt wird er dabei von dem Flamencogitarristen Antonio Ruiz und dem Schlagzeuger und Percussionisten Negrito Trasante.

Gemeinsam bereiteten sie Garcia-Fons den Boden sowohl für seine fast schon beängstigende Virtuosität am Kontrabass wie auch für seine wunderbar fließenden Melodiebögen. Garcia-Fons seinerseits ließ ihnen genug Freiraum auch für solistische Darbietungen, und so war die Präsenz des Trios zu jedem Zeitpunkt spürbar. Vor allem der zweite Set atmete mehr Transparenz, und eine Veränderung der musikalischen Konzeption war auszumachen: Zunächst wirkte der Bass ganz klar als solistisches Instrument, und Garcia-Fons' faszinierende Könnerschaft schuf eine musikalische Dichte, die im letzten Stück vor der Pause in einer perkussionistischen Darbietung am Bass ihren Höhepunkt fand. <BR><BR>Danach kamen die "sängerischen" Fähigkeiten des Bassisten mehr zur Geltung: Garcia-Fons und Ruiz warfen sich gegenseitig die Bälle zu. Zeitweilig hatte man das Gefühl, die Flamencogitarre sei Dreh- und Angelpunkt des Trios. Für schwindelerregenden Unisonos war dennoch genügend Platz, aber die Musik an sich hatte jetzt mehr Raum. Ein wunderschöner Abend mit großartiger Musik an einem inspirierenden Ort.<BR><BR><P><BR> </P>

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