Unbekannte Kontinente

- Zwei Landesausstellungen im Jubiläumsjahr - das Haus der Bayerischen Geschichte betrieb 2003 seine Arbeit besonders intensiv. Sowohl "Das Rätsel Grünewald" als auch "Der Winterkönig" waren überaus erfolgreich und bewiesen - 20 Jahre nach Gründung der staatlichen Behörde - deren Bedeutung bei der Vermittlung von bayerischer Kultur und Geschichte. Der Besucherzuspruch zeigt auch, dass es richtig war, die Regionen und Kleinstädte - in diesen Fällen Aschaffenburg und Amberg - einzubeziehen.

<P>Im nächsten Jahr wird dieses Prinzip zum Programm. Denn mit der Bayerischen Landesausstellung 2004 greift man nach dem Kern des Frankenlandes, des - aus Münchner Perspektive - oft unbekannten Kontinents nördlich der Donau. "Edel und Frei. Franken im Mittelalter" heißt die Schau, die von Mai bis Oktober im Forchheimer Pfalzmuseum zu sehen sein wird und die die Ursprünge der heutigen drei fränkischen Regierungsbezirke aufarbeitet. </P><P>Anbindung an die<BR>Gegenwart</P><P>Die ersten fränkischen Siedler im 6. Jahrhundert bilden den Ausgangspunkt für eine Suche nach dem Zusammengehörigkeitsgefühl der Region. Ebenso wie die politische Geschichte werden kulturelle Entwicklungen des fränkischen Mittelalters Bestandteil der Ausstellung sein. So kann beispielsweise Wolfram von Eschenbachs "Parzival"-Manuskript betrachtet werden. Eine dezidierte Anbindung an die Gegenwart versucht das Haus der Bayerischen Geschichte mit dem zweiten großen Projekt des kommenden Jahres. Mit "Good Bye Bayern - Grüß Gott America" (Juni bis September in Nördlingen) begibt man sich auf die Spuren von bayerischen Auswanderern in die USA vom Ende des 17. Jahrhunderts bis heute. </P><P>Die Gründung von Germantown in Pennsylvania 1683 ist das erste deutliche Zeichen einer bayerisch-stämmigen Bevölkerung in Amerika. Eine Auswanderungswelle folgte, insbesondere aus Franken. Neben den bekannten Erfolgsgeschichten wie die des Bleistiftherstellers Anton Faber oder Löw Strauss', dem die Erfindung der Jeans zugesprochen wird, stehen viele unbekannte Biografien, stehen die ruhmlosen Menschen, für die sich das Versprechen Amerika nicht erfüllt hat. <BR></P>

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