Unbekanntes Gemälde von Clara Siewert in Regensburg aufgetaucht

Regensburg - Ein bisher unbekanntes Gemälde der Käthe- Kollwitz-Freundin Clara Siewert (1862-1944) ist in Regensburg aufgetaucht - während der ersten Retrospektive mit Werken dieser fast vergessenen Künstlerin.

Ein Privatsammler aus dem Regensburger Raum habe sich während der Schau gemeldet und das Bild zur Verfügung gestellt, teilte das Kunstforum Ostdeutsche Galerie am Donnerstag mit. Noch bis zum 14. September werde das um um 1900 entstandene, 35 mal 22 Zentimeter große Gemälde präsentiert.

Es zeigt eine schlafende, ältere Bäuerin und ein kleines Kind, das in einer eigenen Bettstatt vor dem Bauernbett sitzt und wie traumatisiert vor sich hin blickt. Für die Organisatoren der Ausstellung ist das bisher unbekannte Bild auch deshalb ein Glücksfall, da die Vorstudie dazu bereits Teil der Ausstellung war. Dabei handelt es sich um die Zeichnung einer alten polnischen Kärtnerin aus den Beständen des Kupferstichkabinetts Berlin, die markante Ähnlichkeiten mit der schlafenden Bäuerin aufweist.

Das Bild ist eines der insgesamt 20 erhaltenen Gemälde Siewerts. Vor einigen Jahren im Berliner Kunsthandel aufgetaucht, wurde es von dem Privatsammler erworben. Für die Dauer der Ausstellung stellte er es dem Kunstforum zur Verfügung. Es handele sich einwandfrei um ein Original, sagte eine Sprecherin. Die Entdeckung des Bildes sei eine große Überraschung, sagte der Ausstellungskurator Roman Zieglgänsberger. Der Großteil von Siewerts Lebenswerk wurde 1944 durch einen Bombenangriff vernichtet, dem auch die 82-jährige Malerin zum Opfer fiel.

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