Ganz schön schmissig: Kleinstadt-Elvis Danny (Lars Redlich) und seine Flamme Sandy (Sanne Buskermolen). Foto: theater

Wo Unernst Spaß macht: „Grease“ im Deutschen Theater

München - Grease Gott in München! Olivia Newton-John und John Travolta haben sich zwar entschuldigen lassen - die Premiere von „Grease" im Deutschen Theater sorgte trotzdem für echtes „You're The One That I Want"-Gefühl. Die Großmutter aller Highschool-Musicals kommt alles andere als omahaft daher, wunderbar überzeichnete und skurrile Charaktere im Rausch der Hormone peppen die Fünfzigerjahre-Schote kräftig auf. Ein Abend, der läuft wie geschmiert!

Nur mit viel Ironie ist so ein durchaus abgenudelter Stoff heute noch auf die Bühne zu bringen, in dem man sich noch im Autokino trifft und nicht auf Facebook. Und die Berliner Produktion macht alles richtig. Die liebesbedepperte Sandy (Sanne Buskermolen, wunderbar doof) schmachtet ihrem pseudocoolen Kleinstadt-Elvis Danny (Lars Redlich) ausdauernd hinterher, und ein gehässiger Freundeskreis voller giggelnder Girls sabotiert die amourösen Bemühungen. Die Darsteller sind überzeichnet wie ein quietschpinkes Filmplakat aus den Fifties, beinahe schon Comicfiguren, was aber prächtig funktioniert. Gesprochen wird Deutsch, mit erstklassig übersetzten Texten (Radio-DJ: „Auf meinem Teller dreht sich’s schneller!“), gesungen gottlob Englisch.

Inhalt stimmt, Verpackung auch: Über der Bühne thront die Liveband, die die Grease-Songs, darunter das famose Disco-Titelstück von Barry Gibb, mit viel Schmiss präsentiert. Dazu gibt’s die schnellsten Kulissenwechsel südlich von Garching - vom pinken Barbie-Mädchenzimmer bis zur ölverschmierten Autowerkstatt dauert’s nur Sekunden. Schulbesuch mit Grease - hier macht der Unernst des Lebens richtig Spaß!

Jörg Heinrich

Bis 17. April,

Telefon 089/ 54 81 81 81.

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