Von ungeahnter Modernität

- Wer nicht selber lesen will, muss hören. Und im Falle von Balladen und Gedichten kann das allergrößtes Vergnügen bedeuten. Jedenfalls dem, der sich die Lust gönnt, die von Eberhard Esche besprochene CD zu hören.

<P>So hat man Schillers "Taucher" bislang noch nicht erlebt. Der Schauspieler, einst eine Größe des Berliner Deutschen Theaters, hat sich in den letzten Jahren aus Frust über das gegenwärtige Theater mehr und mehr auf Solo-Programme verlegt. Mit seiner eigenwilligen Interpretation der klassischen Texte, seiner speziellen Lesart, dem unnachahmlichen Esche-Tonfall gelingt es ihm auf einmalige Weise, die Dramatik und den Witz der Dichtung sehr genau herauszuarbeiten. </P><P>Es ist, als hörte man hier Schillers "Bürgschaft" oder Uhlands "Des Sängers Fluch" zum ersten Mal. Wenn Esche als Goethes "Zauberlehrling" sich zum Meister aufbläht, er als kühner Ritter stolz in den Löwenkäfig von Schillers "Handschuh" steigt oder das Nachtmahl von Heines "Belsazar" in die Fantasie der Hörer malt, erscheinen diese Verse von ungeahnter Aktualität. Gesteigert wird die Modernität der Klassiker zusätzlich noch durch jene herrlich frechen und erstaunlich zeitgemäßen Zwischentexte, die Eberhard Esche aus Goethes "Xenien" ausgewählt hat."Der Zauberlehrling". Eberhard Esche spricht Balladen und Gedichte. Edition Ohreule; 1 CD, Verlag Eulenspiegel/Das Neue Berlin.<BR></P>

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