Die unpraktische Akademie

- Der einflussreiche Kulturvermittler Peter Raue hat einen Umbau des erst 2005 eröffneten Neubaus der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz oder gar eine Rückkehr in den früheren Sitz im Hansaviertel gefordert. Raue bezeichnete den Behnisch-Bau am Brandenburger Tor als das "missglückteste Bauwerk der Nachkriegszeit" in Berlin.

"In dem sinnleeren, funktionswidrigen Gehäuse kann sich weder eine Interaktion der Akademiker und Akademikerinnen noch eine Kommunikation mit den Freunden und Besuchern lebendig-freudig entfalten", schrieb Raue, Initiator der spektakulären MoMA-Ausstellung in Berlin, in einem Beitrag für den "Tagesspiegel".

Ausstellungen und große Veranstaltungen seien in dem von Treppen durchzogenen Haus nicht möglich. "Diese Treppenlandschaft macht das gesamte Gebäude für seinen Widmungszweck unbrauchbar", monierte der Vorsitzende des Vereins der Freunde der Nationalgalerie.

Keine der Funktionen, die die Akademie der Künste wahrzunehmen habe, könne derzeit am Pariser Platz verwirklicht werden. Nur, wenn die "von niemandem der dort Tätigen bestrittene" architektonisch bedingte Funktionslosigkeit mit einem umfassenden Umbau beseitigt werde, lasse sich der Verbleib am Pariser Platz rechtfertigen. Ansonsten müsse man den Mut zur Rückkehr an den alten Sitz aufbringen und den Neubau am Pariser Platz einem neuen Investor überlassen.

Die Akademie war erst im Mai 2005 in den von Günter Behnisch entworfenen, 56 Millionen Euro teuren Neubau an ihrem früheren Stammsitz am Pariser Platz - in bester Lage zwischen Hotel Adlon und Holocaust-Mahnmal - umgezogen. Von Anfang an gab es bauliche Probleme. Dazu kam, dass die Künstlersozietät in eine schwere Krise geriet, als ihr Präsident, der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg, aus Protest gegen den seiner Meinung nach bestehenden Reformunwillen der anderen Senatsmitglieder zurücktrat.

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