Polizeikontrolle eskaliert: Mann liefert sich Verfolgungsjagd mit Beamten

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Unsterblicher Danilo

- Der Frack ist sein Markenzeichen. Auch mit seinen 102 Jahren wirft sich Johannes Heesters noch regelmäßig "in Schale". Dann dauert es meist nicht lange, bis "Jopies" Erkennungsmelodie erklingt: Graf Danilos "Heut' geh' ich ins Maxim" aus Lehá´rs Operette "Die lustige Witwe".

 In dieser Rolle trat der Schauspieler und Entertainer in seiner 86-jährigen Karriere in mehreren tausend Vorstellungen auf. In der ersten Ausstellung über Heesters ist jetzt das Original-Danilo-Kostüm aus dem Jahr 1938 ebenso zu sehen wie einer seiner zahlreichen Fräcke. Die Berliner Akademie der Künste zeigt ab heute "Johannes Heesters - Auf den Spuren eines Phänomens".

Damit wird erstmals das Archiv präsentiert, das Heesters vor zwei Jahren der Akademie schenkte. Gezeigt werden 300 Exponate, darunter Fotos, Rollenbücher, Kostüme, Filmplakate und persönliche Dokumente. Daneben ist die Karriere des gebürtigen Holländers in rund eineinhalb Stunden Filmausschnitten zu erleben. Zu den Hörbeispielen gehören mehrere Variationen von "Heut' geh' ich ins Maxim", unter anderem eine auf Anordnung der Nazis veränderte Fassung.

In der Ausstellung kommt Heesters' Verhältnis zu den Nationalsozialisten nicht zu kurz. Die Schau zeige, wo Heesters sich angepasst habe, um seine künstlerische Laufbahn nicht zu gefährden, sagte der Direktor des Akademie-Archivs, Wolfgang Trautwein. Zu sehen sind unter anderem Fotos, die zeigen, wie Heesters 1941 auf Wunsch der SS gemeinsam mit dem Ensemble des Münchner Gärtnerplatztheaters das KZ Dachau besucht.

"Als nach dem Krieg bekannt wurde, welche grauenvollen Vernichtungsstätten später aus diesen Lagern gemacht wurden, waren ich und mit mir alle anständigen Menschen zutiefst betroffen", meinte Heesters später. "Ich schämte mich, und ich habe bis heute nicht aufgehört mich zu schämen, dass es den Nazis gelungen war, uns dorthin zu locken."

Heesters habe sich bemüht, Distanz zu den NS-Machthabern zu halten, so Ausstellungskurator Torsten Musial. In Propagandafilmen spielte er nicht mit. Dennoch seien auch die Unterhaltungsfilme wie "Wenn Frauen schweigen" ins Gesamtkonzept der nationalsozialistischen Propaganda einbezogen worden. Heesters meinte rückblickend einmal: "Unsere Arbeit war bestimmt die verlogenste, die es in dieser Zeit gab."

Das "Phänomen" Heesters begann seine Schauspielerkarriere noch im Stummfilm. Gefeierter Operettentenor und Filmstar war Heesters vor allem in den 30er- und 40er-Jahren. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er noch viele Jahre lang Bühnen- und Leinwanderfolge. Beim Fernsehen war er seit den ersten Versuchssendungen dabei.

Bis 22.10., www.adk.de

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