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Unterhaltung der antiken Götter

- Die schwingenden Hüften der Damen und ihre zierlichen Köpfe, die spielenden Putti, die ergriffen gestikulierenden Heiligen - in München und Bayern ist man dem Charme von Johann Baptist Straubs Figuren erlegen. 50 Jahre lang beherrschte der Rokoko-Bildhauer (1704-1784) das Geschehen rund um die Residenzstadt. Zum 300. Geburtstag würdigt das Bayerische Nationalmuseum München den Meister des mächtigen, aber nie überbordenden Pathos mit einer kleinen Sonderschau.

<P>Ein wenig bescheiden widmet man sich dem großen Anliegen des 18. Jahrhunderts, Religion und Antike in einem hölzernen, bunt gefassten, gülden veredelten Theater wieder lebendig werden zu lassen. Es werden Schätze sichtbar, die bisher im Depot verstaubten. Man konzentrierte sich auf die eigenen Bestände - und dazu gehört auch jene neunteilige Figurengruppe (um 1772) aus dem ehemaligen Palais Törring in der Residenzstraße München. Imposante drei Meter groß, scheinen die antiken Götter ihre ganz eigene Unterhaltung im Halbrund zu führen. Kybele, die Fruchtbarkeitsgöttin und Stadtbeschützerin mit der Mauerkrone, drapiert grazil ihr Gewand. Minerva begrüßte einst mit ihrem Blick in die Ferne die ankommenden Besucher am Hauptportal. Auch Mars sollte hoch erhobenen Hauptes mit ausholenden Bewegungen das Vestibül des Palais zieren. Er tat es dann ein bisschen weniger großspurig: Die Monumentalfigur wurde im Vergleich zum perfekt ausgeführten Modell nochmals verändert. Die exakten Entwürfe, mit denen er seine Auftraggeber überzeugen konnte, geben überhaupt einen schönen Einblick in Straubs Schaffen. Ab 1734/35 in München, wurde er flugs Hofbildhauer und Manager einer florierenden Werkstatt. Zu seinen berühmten Schülern zählten unter anderem Ignaz Günther und Franz Xaver Messerschmidt.<BR><BR>1763 ließ sich Straub von Augustin Balthasar Albrecht inmitten seiner wichtigen Großaufträge, mit gelockerten Bündchen, beim Modellieren porträtieren: ein smarter Mann zwischen künstlerischer Freiheit und akkurater Bürgerlichkeit. Er gab vor allem den Kirchen ihre spielerische Note: Die Entwürfe zu den sich versteckenden, am Vorhang zerrenden Engeln für die Fassade der Münchner Theatinerkirche berühren immer noch. Und geben den Ansporn, mal wieder die Gesamtkompositionen zu besichtigen: von Berg am Laim bis Nymphenburg, von Dießen und Ettal bis Polling und Tegernsee.</P><P>Di.-So. 10-17 Uhr, Do. bis 20 Uhr. Tel. 089/ 211 24 01.<BR><BR></P>

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