Unterkühlte Stimmung

- An der Idee der Münchner Philharmoniker, in ihrer aktuellen Konzertserie mit Werken von Arthur Honegger, Hector Berlioz und Ernest Chausson "Drei Generationen französischer Komponisten unter der sommerlichen Sonne des Südens" zu präsentieren, wäre eigentlich nichts auszusetzen. Doch irgendwie sorgten die derzeit aktuellen Außentemperaturen auch im Innern der Philharmonie für eine eher matte, unterkühlte Stimmung.

Ob die Kälte, die Komponistennamen oder schlicht Konsumverzicht Auslöser für das Fernbleiben vieler Musikfreunde waren, bleibt dahingestellt. Ursprünglich sollte der kürzlich verstorbene Marcello Viotti diese Konzerte dirigieren, für ihn stand jetzt Serge Baudo am Pult, die Programmkonzeption blieb unverändert. Mit Arthur Honeggers "Pastorale d'été" assoziiert man, rein vom Titel her, oft die berühmteste Pastorale der Musikgeschichte, nämlich Beethovens 6. Symphonie. Honeggers lyrisches Charakterstück ist eigentlich, trotz seiner Kürze, kontrastreich, von den Philharmonikern wurde es jedoch zaghaft und zurückhaltend präsentiert. So als sei ihr Spiel durch die Kälte gehemmt, ließ sich die eingängige Unbeschwertheit der "Pastorale d'é´té´" nur erahnen. Das Werk gab durch diese Interpretation bereits einen Vorgeschmack auf die sich anschließenden "Les Nuits d'été" op. 7 (Die Sommernächte) von Hector Berlioz.<BR><BR>Solistin dieser sechs Lieder nach Texten aus der Gedichtsammlung "La Comédie de la mort" (Das Schauspiel des Todes) von Théophile Gautier war Yvonne Naef. Vor allem die verhaltene Melancholie in den Mittellagen der Lieder boten der Schweizer Mezzosopranistin viel Raum für ihr kraftvoll warmes Timbre.<BR>Harmonik und Klangreichtum der weitgehend lyrisch zugeschnittenen, allerdings selten gespielten Symphonie in B-Dur op. 20 von Ernest Chausson gaben den Münchner Philharmonikern schließlich noch Gelegenheit zu dynamischen Steigerungen sowie durch häufige Tempo- und Taktwechsel zu wirkungsvoller rhythmischer Kontrastierung.<BR><BR>

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