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Unüberhörbare Neubauten Iannis Xenakis

- "Im Philips Pavillon verwirklichte ich die Grundgedanken von ,Metastaseis. Wie in der Musik, so war ich hier an der Frage interessiert, ob es möglich sei, von einem Punkt zu einem anderen zu gelangen, ohne die Kontinuität zu unterbrechen", erklärte Iannis Xenakis (1922-2001) in einem Gespräch seine Raumkunst - egal, ob aus Beton, ob aus Schallwellen.

Die Bayerische Architektenkammer zeigt im Münchner Haus der Architektur nun die Ausstellung "Iannis Xenakis - Architektur und Musik" (Kurator: Ulrich Winko). Der Grieche, der sein Leben im Krieg und während der späteren Diktatur in seinem Land für die Demokratie einsetzte, ist als Komponist berühmt geworden. Er ist ein Protagonist der Musik des späten 20. Jahrhunderts; und ohne ihn wäre das Phänomen der Licht-Klang-Installationen nicht denkbar. Im Haus der Architektur sucht man in Veranstaltungen immer wieder den Kontakt zu anderen Künsten. Xenakis, der sich früh für Mathematik und Musik interessierte, ist da ideal. 1947 stieß der Exilgrieche zum Büro Le Corbusiers, wo er als Statiker arbeitete.

Wurde aber schon bald in die gestalterischen Prozesse miteinbezogen, etwa beim Kloster La Tourette (1953-'60) bei Lyon. Licht war da ein großes Thema, das Xenakis mit den "Polytopen" und dem "Diatope" aufgriff. Diese Rauminstallationen bestehen aus straffen, fächerartig gestaffelten Kabellinien, bestückt mit Leuchtkörpern und Lautsprechern. Diese Bündel finden sich auch in den Skizzen, die grafisch-geometrisch die Glissandi (Gleiten von einer Tonhöhe zur anderen) beschreiben. Und sie sind eben auch Konstruktionsgrundlage für den Philips Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel von 1958. Über dessen Urheberschaft zerstritten sich dann Le Corbusier und Xenakis. Danach baute er, wenn überhaupt, Privathäuser.

Mit einem schönen Holzmodell der schwungvollen Schalenwellen des Pavillons, die zu Spitzen hochgezogen sind, und über 100 Reproduktionen von Fotos, Zeichnungen, Partituren, Notaten, Zitaten bis hin zu Skizzen, wie das Orchester zu sitzen hat, wie technische Schaltungen zu handhaben seien, schildert die Schau Iannis Xenakis' hör- und sichtbare "Bauten". Ein Filmporträt und mehrere Hörstationen vervollständigen die Präsentation über den griechischen Künstler, der mit München verbunden war. Schon 1957 wurde von der hiesigen musica viva sein Stück "Pithoprakta" uraufgeführt, und bis heute sind seine Kompositionen feste Bestandteile in unseren Konzertsälen.

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