Unverzichtbares Lebensmittel

- "Graz darf alles" - das ist das freche Motto der "Kulturhauptstadt Europas 2003". 103 Projekte in den Bereichen Architektur, Kunst, Musik und Theater sollen der steirischen Hauptstadt zwölf Monate besonderen Glanz verleihen. Und auch über das Jahr 2003 hinaus soll Graz von seinem Ehrentitel profitieren. Der Intendant Wolfgang Lorenz setzt einen Akzent auf Projekte, die die Stadt auf Dauer verändern.

<P>Eines davon ist schon jetzt sichtbar: Im Fluss Mur, der durch Österreichs zweitgrößte Stadt fließt, ankert eine künstliche Insel des Architekten Vito Acconci. Sie beherbergt einen Veranstaltungsraum, einen Kinderspielplatz und ein Café. Die Insel ergänzt die Neugestaltung der Mur-Promenade. Als weitere architektonische Projekte werden ein Literaturhaus, die Helmut-List-Halle - ein umgebauter Industriebau aus dem 19. Jahrhundert - und ein spektakuläres Kunsthaus der Architekten Cook/Fournier eröffnet. </P><P><BR>Allgemein ist es Wolfgang Lorenz wichtig, das Jahr als Kulturhauptstadt Europas zu nutzen, um "das kulturelle Potenzial der Kommune zu fördern". Dabei kommt es ihm weniger darauf an, für teures Geld möglichst viele Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Vielmehr will er der Kultur als "unverzichtbares Lebensmittel" einen neuen Stellenwert im Grazer Alltag einräumen. Daher liegt auch einer seiner Schwerpunkte auf Kunst im öffentlichen Raum. <BR><BR>Dennoch mangelt es nicht an Höhepunkten auf der Bühne. Das Eröffnungswochenende von 9. bis 11. Januar präsentiert bereits zwei Uraufführungen: Beat Furrers "Begehren" - eine Koproduktion mit der Ruhr-Triennale und dem "steirischen herbst" - und Henning Mankells Theaterstück "Butterfly Blues". Im Juni folgt eine Uraufführung von Anselm Glück. Die Grazer Oper zeigt in Koproduktion mit dem Mariinsky-Theater St. Petersburg "Cleopatra" von Domenico Cimarosa sowie "Oedipus Rex" von Igor Strawinski. <BR><BR>Mit der von der UEFA unterstützten Street-Soccer-Weltmeisterschaft der Obdachlosen und dem Stadtgeschichte-Projekt "Berg der Erinnerungen" werden auch soziale und historische Aspekte in den Mittelpunkt gerückt.</P><P>Weitere Infos zum Programm der Kulturhauptstadt Europas 2003 unter www.graz03.at <BR></P>

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