Zu kaufen gibt es alle Litfaßsäulen-Werke online (www.munichpopart.de) – und hoffentlich bald wieder im Caffé Pavesi (Türkenstr. 61). Künstlerin Laura Piantoni (l.) und Merkur-Redakteurin Katja Kraft beim Interview vor dem Café.
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Zu kaufen gibt es alle Litfaßsäulen-Werke online (www.munichpopart.de) – und hoffentlich bald wieder im Caffé Pavesi (Türkenstr. 61). Künstlerin Laura Piantoni (l.) und Merkur-Redakteurin Katja Kraft beim Interview vor dem Café.

Hier können Sie jetzt Kunst erleben!

Urban Art auf sieben Litfaßsäulen in Schwabing und in der Maxvorstadt: Werbung für die Kunst

  • Katja Kraft
    vonKatja Kraft
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Nun aber genug mit dem Herumlungern daheim: Jacke an, ab aufs Radl, und los geht’s zur Kunst-Tour durch München. Sieben Künstler, sieben Säulen, und jedes der Werke, die bis 30. November in Schwabing und in der Maxvorstadt zu sehen sind, gibt es für 50 Euro pro Druck zu kaufen. Wir haben mit Laura Piantoni die Tour gemacht. Ein Überblick.

Als Laura Piantoni, Künstlerin des Kollektivs Munich Pop Art, überlegte, wie sie sich heuer in ihrer Jahresschau präsentieren wollen, war ihr klar: Planbar ist zurzeit nichts. Dann kam ihr die Idee – warum nicht Litfaßsäulen als Plattform nutzen? Hier sind sie nun. Und noch bis 30. November zu sehen.

Die Säule von Edlinger Did It

Edlinger Did It

Mit knalligen Farben zieht Edlinger Did It die Aufmerksamkeit der auf der Hohenzollernstraße bummelnden Passanten auf seine Säule: Sie zeigt drei Comic-Motive auf gelbem Untergrund. Die Herbstblätter sind braun oder verschwunden – der Edlinger sorgt für leuchtenden Ersatz. (Hohenzollernstraße 39.)

Die Säule von Steve Glas

Steve Glas

Die Vorgabe war, drei Motive pro Säule zu gestalten. Doch wie das so ist bei Kunst im öffentlichen Raum: Manchmal muss man improvisieren. An Steve Glas’ Litfaßsäule ist ein Kasten angebracht. So reichte der Platz nur für zwei Motive. Die sind dafür umso kämpferischer: Von Disney inspirierte geballte Fäuste fordern dazu auf, lokale Geschäfte zu unterstützen. „Support your Local!“ – aber gerne. (Kurfürstenplatz.)

Zensiert – von der Künstlerin selbst. Laura Piantoni (re.) und Redakteurin Katja Kraft vor Josephine Kaisers Säule.

Josephine Kaiser

Die Sigmund-Freud-Figur, die an Josephine Kaisers Säule prangt, trägt ein Höschen. Darunter Strapse. Zu gewagt, hieß es von höherer Stelle. Also musste Kaiser noch mal ran – und klebte kurzerhand „Zensur“-Schilder auf die als zu freizügig kritisierten Bereiche. Das ging tatsächlich durch. Clever: Als drittes Motiv wählte sie ein Wohnungsgesuch. Das ist ernst gemeint. Die Künstlerin und ihr Mann suchen eine neue Bleibe. Wer eine anzubieten hat, erreicht sie per Instagram: @josephine.kaiser. (Elisabethstraße 23.)

Die Säule von Fader One

Fader One

Der Pfeil auf dem Straßenschild deutet genau auf Fader Ones Säule. Der Künstler arbeitet oft an Häuserwänden. Die Erfahrung sieht man seinen abstrakten Motiven an, die die Säule hinaufzuwandern scheinen. (Winzererstraße 25.)

Die Säule von Johannes Brechter

Johannes Brechter

Johannes Brechter arbeitet häufig mit Fader One zusammen. So passt es gut, dass ihre Säulen nur wenige Meter voneinander entfernt sind. Ähnliche Formensprache, genauso farbintensiv. Und das Rot auf der Säule nimmt ziemlich genau den Rot-Ton des Hauses im Hintergrund auf. Ein schöner Zufall. (Georgenstraße 138-140.)

Die Säule von Matt Wiegele

Matt Wiegele

Dieses Werk beeindruckt nachhaltig. Entsetzt steht man davor – entsetzt über sich selbst. Matt Wiegele hat die Datenschutzerklärung von Google plakatiert, die die meisten Internetnutzer unkritisch mit einem Klick bestätigen. Was man damit für Rechte abtritt, ist hier nachzulesen. (Schellingstraße 88.)

Laura Piantoni vor ihrer Säule.

Laura Piantoni

Wenn Laura Piantoni ihre Bilder von sich mit Kaugummi-Blasen berührenden Powerfrauen bei Facebook posten möchte, klappt das nicht. Auch hier: zu viel Erotik für die übervorsichtigen Kontrolleure. Wie gut, dass man als Münchner nicht auf Facebook angewiesen ist, um die Werke zu sehen. Sie sind voller Kraft – und machen große Lust, mal wieder Kaugummiblasen zum Platzen zu bringen. (Nordendstraße 14.)

Alle Werke gibt es direkt bei den Künstlern zu kaufen. Die auf je 20 Exemplare limitierten Editionen kosten pro Stück 50 Euro.

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