Vater der Tigerente und von Papa Löwe

- "Keine Sau kennt Panama" oder einen Mann namens Horst Eckert. Fast jeder aber hat schon mal von der Tigerente, dem kleinen Bären, Papa Löwe und ihrem Schöpfer Janosch gehört, der unzählige Kinder mit Bildern und Texten begeistert. Anarchie, so sagt der populäre Künstler, sei die Grundstimmung seines Lebens, in dessen Verlauf er über 300 Bücher verfasst hat. An diesem Samstag wird Janosch 75 Jahre alt.

Während er selbst das Image des bedürfnislosen Künstlers pflegt, zeigt sich der gebürtige Schlesier bei der millionenfachen Vermarktung seiner Figuren auch als ein Mann mit Geschäftssinn. Im Hinblick auf seine Kindheit verwundert dies nicht. Im Haus der Großeltern in einer Bergarbeitersiedlung von Zaborze lernte der Horst vor allem drei Dinge kennen: Prügel, Schnaps und dank einer "katholischen Gehirnwäsche" auch eine teuflische Angst vor Gottes strafender Hand.

Die Traumata haben bei Janosch Narben hinterlassen, seine Abneigung gegen jede Obrigkeit und die Sehnsucht nach Geborgenheit prägen ihn und sein Werk bis heute. Nach der Flucht Richtung Westen schuftete er als Arbeiter und scheiterte in den 50er-Jahren "mangels Talent" an den Aufnahmehürden der Münchner Kunstakademie. Mit "Oh wie schön ist Panama" gelang 1979 der Durchbruch auf dem Kinderbuchsektor.

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