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Venedig stimmt auf Biennale ein: Große Marlene-Dumas-Schau

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Werk „Betrayal“
Ein Besucher steht im Palazzo Grassi vor dem Werk „Betrayal“ (Verrat) von Marlene Dumas. © Sabine Glaubitz/dpa

Die südafrikanische Malerin Marlene Dumas ist eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Ihre Werke wurden nun zur Einstimmung auf die Kunstbiennale im April in Venedig ausgestellt.

Venedig/Paris – Mit ihren beklemmenden Porträts und menschlichen Figuren hat Marlene Dumas die größten Museen weltweit bespielt.

Nun widmet der Palazzo Grassi in Venedig der südafrikanischen Malerin, die eine der bedeutendsten Gegenwartskünstlerinnen ist, die erste umfassende Ausstellung in Italien – und wohl eine der persönlichsten. Sie findet pünktlich vor dem Startschuss zur Kunstbiennale am 23. April statt.

Erotik als eines der Hauptthemen

Gezeigt werden rund 100 Werke, die zwischen 1984 und 2021 entstanden sind. Dazu zählen mehr als 20 ihrer Porträts berühmter Homosexueller, die verfolgt und ausgegrenzt wurden, wie der Schriftsteller Oscar Wilde. Im Unterschied zu Dumas' jüngsten Schauen in Basel, Amsterdam und Frankfurt sind in Venedig viele ihrer Erotik-Bilder zu sehen, neben Gewalt, Tod und Liebe ein Hauptthema in ihrem Gesamtwerk.

Erotik ist für Dumas, die seit 1976 in Amsterdam lebt, mehr als Nacktheit und Sinnlichkeit. Erotik sei vor allem auch Leben, sagte die Künstlerin. Eines der Werke heißt „The Particularity of Nakedness“ (Die Besonderheit der Nacktheit), ein großformatiges Werk, auf dem ihr im Jahr 2021 verstorbener Lebensgefährte, der Künstler Jan Andriesse, im Adamskostüm abgebildet ist.

Offenes Ende

Auch der Titel „open-end“(Offenes Ende) der bis zum 8. Januar 2023 dauernden Schau ist bedeutungsvoll aufgeladen. Das vergangene Jahr sei schwer gewesen. Sie habe Menschen verloren, die ihr sehr nahegestanden sind, erzählte die 68-Jährige. Die Zeit laufe aus - auch für sie und ihr Werk.

Werk „Figure in a Landscape“
Eine Besucherin steht vor dem Werk „Figure in a Landscape“ (Figur in einer Landschaft“ von Marlene Dumas. © Sabine Glaubitz/dpa

Die Exponate stammen aus internationalen Museen und der Sammlung des französischen Milliardärs François Pinault. Der 85-jährige Kunstliebhaber bespielt mit seinen Sammlungen in Venedig den Palazzo Grassi und die Punta della Dogana und seit vergangenem Mai auch ein Museum in Paris. dpa

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