Venedigs Biennale schließt die Tore

- Venedig - Nach fast fünf Monaten ist am Sonntag die 51. Kunstbiennale von Venedig zu Ende gegangen. Mit einer durchschnittlichen Besucherzahl von fast 1700 Gästen am Tag war die internationale Kunstschau am Canal Grande eine der meist besuchten italienischen Ausstellungen des Jahres. Die Mega-Schau war auf weite Teile der Lagunenstadt verteilt, hatte ihren Schwerpunkt jedoch in den ehemaligen Werfthallen des Arsenale und im Park der Giardini della Biennale. Insgesamt 73 Länderpavillons stellten zudem neue Kunstentwicklungen ihrer Regionen vor - so viele wie noch nie zuvor.

Kunstexperten bezeichneten die diesjährige Schau als die "feministischste aller bisherigen Biennalen": Schließlich hatte Präsident Davide Croff erstmals in der 110-jährigen Geschichte der Ausstellung zwei Frauen als Kuratorinnen berufen. Die beiden Spanierinnen Rosa Mart®nez und Mar¢a de Corral gestalteten zwei viel beachtete, völlig unterschiedliche Ausstellungen und ließen dabei nicht nur internationale Kunstentwicklungen der vergangenen Jahrzehnte Revue passieren, sondern warfen auch einen gewagten Blick auf zukünftige Tendenzen. Unter den insgesamt 91 vertreteten Künstlern waren immerhin 38 Frauen.

Deutschland hatte in diesem Jahr die Nachwuchstalente Thomas Scheibitz und Tino Sehgal an den Canal Grande geschickt: Zusammen mit Kurator Julian Heynen gestalteten sie den 220 Quadratmeter großen, mächtigen Pavillon "Germania". Scheibitz/ dynamische Bilder un Skulpturen und Sehgals konstruierte Situationen ernteten viel Lob. Der deutsche Bildhauer und Grafiker Thomas Schütte gewann bei der Biennale zudem den Goldenen Löwen als bester Künstler der internationalen Ausstellung. Der Löwe für den besten Länderbeitrag ging an den Pavillon aus Frankreich - der komplett von einer Frau gestaltet worden war.

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