Verbot eines Romans

München - Maxim Billers Roman "Esra" bleibt verboten. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Der stark autobiografisch gefärbte Roman verletzt nach einem am Freitag veröffentlichten Beschluss das Persönlichkeitsrecht von Billers Ex- Freundin, weil sie eindeutig als "Esra" erkennbar ist und das Buch intimste Details der Liebesbeziehung schildert.

 Damit wiesen die Karlsruher Richter eine Verfassungsbeschwerde von Billers Verlag Kiepenheuer & Witsch im Wesentlichen ab. Der Verlag sah durch das gerichtliche Verbot die grundgesetzlich garantierte Freiheit der Kunst verletzt. Allerdings revidierten die Verfassungsrichter das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH), der das Verbot vor zwei Jahren bestätigt hatte, in einem Punkt. Anders als Billers Ex-Freundin habe deren Mutter keinen Unterlassungsanspruch. Zwar sei auch sie in der Romanfigur Lale erkennbar. Der Umstand, dass sie dort sehr negativ gezeichnet sei, reiche allerdings nicht für ein Verbot.

"Für ein literarisches Werk, das an die Wirklichkeit anknüpft, ist es gerade kennzeichnend, dass es tatsächliche und fiktive Schilderungen vermengt", befanden die Richter.  

dpa

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