Vergoldeter Wechsel

- Die K-Frage ist zumindest an der Bayerischen Staatsoper gelöst. Dass dies teuer kommt, ist seit einigen Wochen klar: Eine Million Euro lässt der Freistaat wohl für die Auszahlung von Christoph Albrecht springen, der durch Klaus Bachler ersetzt wird. Als Rettungsaktion geht das in Ordnung - wer weiß schon, was eine verfehlte Planung unter falscher Leitung das Haus gekostet hätte.

Zudem bringt sich der designierte GMD Kent Nagano auch noch einen eigenen Berater vom Deutschen Symphonie-Orchester mit. Dieter Rexrodt soll "im musikalischen Bereich wissenschaftlich künstlerisch tätig sein", wie mitgeteilt wurde. Mit ihm aber, so beschwichtigt man, sei ein "sehr maßvoll dotierter Beratervertrag" geschlossen worden. Im Klartext: Die Oper leistet sich auf Wunsch des Chefdirigenten einen Neben-Dramaturgen. Und das Nationaltheater wird somit zum Austragshäusl eines Nagano-Mannes. Wobei noch nicht klar zu sein scheint, ob die bisherige Chefdramaturgin Hella Bartnig nach 2006 weiter tätig ist. Auf keinen Fall solle Rexrodt aber Interims-Intendant werden, sagte PR-Chefin Ulrike Hessler. Und von einer Ämtervermehrung am Hause könne schon gar keine Rede sein.<BR><BR>Das mag alles stimmen. In Zeiten großer Finanznot bekommen die Personalien trotzdem ein besonderes G'schmäckle. Und sie zeigen, dass Nagano eine wesentlich gewichtigere Rolle einnehmen will als derzeit Zubin Mehta. "Nur" im Graben schöne Klänge produzieren, damit gibt sich Nagano nicht zufrieden. Münchens Opernfans sind jetzt jedenfalls noch mehr gespannt: Ob sich die vergoldeten Personalwechsel auch künstlerisch auszahlen?

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