Technische Störung am Isartor: Erhebliche Verzögerungen auf der Stammstrecke

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Verhaltener Applaus für "Maria Stuart"

- Weimar - Mit verhaltenem Beifall ist am Samstagabend die zu den Höhepunkten des Schillerjahres zählende Premiere der "Maria Stuart" im Deutschen Nationaltheater in Weimar bedacht worden. Die geradlinige Inszenierung des Generalintendanten Stephan Märki wurde vom Publikum bewundert, wenn auch nicht begeistert gefeiert. Sie konzentriert sich auf die beiden Hauptfiguren der rivalisierenden Königinnen, die in ihren prächtigen Gewändern die karge Bühne bestimmen. Alle Nebenfiguren werden dagegen von Männern und Frauen in dunklen Roben gespielt, die ihre Texte meist gemeinsam in einem Sprechchor vortragen.

Der unterkühlte Eindruck wird durch das Bühnenbild verstärkt. Der tiefe Raum ist durch lange Stoffbänder gegliedert, die sich mal zu Säulen eines "Tempels der Gerechtigkeit" formieren, mal zu den Wänden des Thronsaals oder des Kerkers. Begleitet werden die Szenen von düsteren sphärischen Klängen, die Marcus Schmickler eigens für das Stück komponiert hat.

Die Königinnen, deren Stimmen - mit Mikrofonen übertragen seltsam leblos im Raum schwingen, wirken nicht wie machthungrige Herrscherinnen, sondern eher wie Getriebene ihrer eigenen Intrigen. Der Eindruck ihrer Einsamkeit wird verstärkt durch die fehlenden Mitspieler. Die Grafen und Hofbediensteten sind eine graue Masse. Immer wieder versuchen die Herrscherinnen, einen von ihnen herauszugreifen, doch immer antwortet ein anonymer Chor der Männer oder der Frauen.

Die hohe Kunst des gemeinsamen Vortrags gelingt fast immer reibungslos. Das Startsignal gibt jeweils ein heftiges Einatmen, dass sich mit fortschreitender Handlung immer mehr in den Vordergrund schiebt. Trotz des fast tänzerischen Einsatzes des Chores wirken die Figuren statisch und leblos.

Durch die Unterdrückung des Schauspiels arbeitet die unterkühlte Aufführung die ausdrucksvolle Sprache Schillers heraus. Das Verständnis der gewundenen Formulierungen wird allerdings durch die verfremdende Betonung der Sprechchöre erschwert. Damit wird dem Publikum große Konzentration abverlangt. Wer sich darauf einlässt, der kann aus der Inszenierung ein großes intellektuelles Vergnügen ziehen, Herz und Bauch bleiben jedoch ungerührt.

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