Verheißung und Fluch

"ADevantgarde"-Festival: - Zwischen zwei Polen spannt sich die Geschichte des Münchner Königsplatzes. Von Ludwig I. war er seinerzeit als repräsentativer Ort geplant, der die Antike wiederbelebt. Die Nationalsozialisten wiederum nutzten die majestätische Kulisse als Aufmarschplatz für ihre Machtdemonstrationen.

Das Münchner Musifestival "ADevantgarde", das heute startet und bis zum 28. Juni dauert, widmet sich der Geschichte und der Wirkung dieses Ortes. Gleich zwei szenische Produktionen werden zu diesem Thema vorgestellt. "Rise and Fall" (14./ 16. 6.) dreht sich um "Verheißung und Fluch der absoluten Macht". Die Veranstaltung ist eine Koproduktion mit der Bayerischen Theaterakademie und der Münchner Musikhochschule. Schauplatz ist der nördliche Lichthof der Musikhochschule, die früher als "Führerbau" diente.

Die Hochschule ist auch Ausgangspunkt des zweiten szenischen Projekts, das auf den Königsplatz ausgedehnt wird: das Singspiel "Die Träne Mithras" (15.6.). Im Mittelpunkt steht hier der Mithras-Kult, der lange Zeit mit dem Christentum konkurrierte. Der schöne Jüngling Mithras wurde als Göttersohn verehrt, der alle Jahre wieder am Ostermorgen vor Sonnenaufgang aus dem Felsen siegreich aufersteht.

"ADevantgarde" startet heute in der Muffathalle mit einem Konzert des Münchener Kammerorchesters, dem Trio Real Quiet und Moritz Eggert. Zudem gibt es morgen einen Kammermusikabend in der Akademie der Schönen Künste, ein Konzert der Gruppe Singer Pur, das Alte mit Neuer Musik verbindet (18.6., Allerheiligenhofkirche) und das Musiktheater "Rotkäppchen, lauf!" für Kinder und Erwachsene (20./ 21.6., i-camp). Ein Gesprächskonzert mit piano possibile (28.6., Akademie) beschließt das Festival.

Informationen:

www.adevantgarde.de

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