Video-Assistent: Mega-Panne beim Bundesliga-Auftakt

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Versuche über das Verhör

- Wie die Lemminge folgt das Publikum diesen merkwürdigen Gestalten - farbige Lätzchen an Bauch und Rücken sowie Bergarbeiterlampen am Kopf - die Treppe hinauf in den zweiten Stock der Halle 7. In geheimnisvoller Stille teilen sich die Vorangehenden, je nach Lätzchenfarbe, in vier verschiedene Räume auf. Nach Belieben dürfen sich die Zuschauer dazugesellen.

<P>Immer noch ist alles finster, dann ertönt eine Glocke, die Lichter eines transparenten Leuchtkabels gehen an, es umschließt eine etwa kreisförmige Fläche, darin zwei Stühle. Die Spielanordnung für Tim Etchells Theaterstück "Quizoola!" steht - eine Versuchsanordnung. Einer der beiden Spieler schleudert dem zweiten Fragen an den Kopf. 27 eng beschriebene Seiten hat er vorrätig auf dem Schoß liegen. Persönliche Fragen wechseln sich mit Wissensfragen ab. "Wodurch entstehen Blutergüsse? Warum starrst Du Leute an? Was ist Moral? Wer war Albert Einstein? " Und schließlich, ehe ein Spieler ausgewechselt wird: "Bist Du bereit aufzuhören?"<BR><BR>In der Zwischenzeit hat sich eine Situation entwickelt, meist ein Verhör, hat sich vielleicht in eine weitere verwandelt, einen Streit oder ein zärtliches Locken, je nach Färbung der improvisierten Antworten. Auffällig ist bei diesem eher experimentellen Stück, das Dieter Nelle für den Münchner Inkunst Verein inszeniert hat: Fast in jeder Szene wird der Frager zum Aggressor, der sein Gegenüber unter Druck setzt, Grenzen der Persönlichkeit verletzt, tadelt, nachbohrt, Abscheu äußert. <BR><BR>Dort allerdings, wo sich eine Szene zu sehr vom Fragespiel wegentwickelt, wird sie auch bald uninteressant und gekünstelt. Am faszinierendsten daher die Gratwanderung - das zügige Fragen, begleitet von Emotionen, die unmittelbar dem Augenblick entspringen, der absurden Ausgangssituation Rechnung tragen. Vor allem Jochen Menzel, Martin Pfisterer, Michael Hase und Andreas Auras ist es am Premierenabend gelungen, mit Witz spannende Geschichten zu erzählen.<BR></P><P>Noch am 22. und 23. Mai, 20 Uhr. Tel. 089/53 29 78 29.</P>

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