Verwässert

- Auch wenn die Münchner Unterfahrt so gut besucht wie selten war: Das Modern String Quartet wirkte vollkommen deplatziert, und man hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass sich die Musiker dort wirklich wohlfühlten, geschweige denn Spaß am Musizieren hatten. Und das, obwohl sie sich der Gunst ihres "mitgebrachten" Publikums weitgehend sicher sein konnten.

<P>Der Abend zum 20-jährige Bestehen des Quartetts stand unter dem Motto "Wassermusik", dementsprechend war das Programm zusammengestellt: Bearbeitungen von Händel, Chopin, Debussy über Kurt Weill, Irving Berlin, Herbie Hancock bis hin zu Eigenkompositionen waren im Angebot.</P><P>Die Herren des Modern String Quartet kamen allerdings nicht so recht in die Gänge. Und so fielen die Darbietungen, jedenfalls dieses Abends, ziemlich "verwässert" aus. Von "präzisem Zusammenspiel, technischer Souveränität und unverwechselbarer Klangintensität", wie über das Ensemble zu lesen war, konnte man hier herzlich wenig hören.</P><P>Am überzeugendsten waren noch die Eigenkompositionen von Joerg Widmoser, deren Darbietungen der ganzen Angelegenheit die dringend benötigte Lebendigkeit einhauchten. Die Improvisationen waren zwar technisch wie auch stilistisch und phrasierungstechnisch solide gespielt, blieben aber weitgehend ohne Inspiration. Einzige, angenehme Ausnahme: Cellist Jost-H. Hecker.<BR></P>

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