Vielversprechend, aber ausbaufähig

München - Die neue BR-Satire-Reihe „Klugsch-Eisser und Co. KG“ mit Bruno Jonas, Rick Kavanian und Monika Gruber startete zwar nicht brillant, aber zumindest vielversprechend. Ein Kritik:

Beraten und verraten – wer sich der neuen PR-Agentur von Bruno Jonas anvertraut, hat Pech gehabt. So wie Guido Westerwelle, dem der Kabarett-Star zwecks Popularitätssteigerung zur sofortigen Selbstauflösung rät. Die erste Folge der neuen BR-Satire „Klugsch-Eisser und Co. KG“ mit Bruno Jonas als bauernschlauem Publicity-Guru aus Haidhausen, mit Monika Gruber als plappermäuliger Kontakterin und mit Rick Kavanian als armenischem Technik-Evangelisten startete zwar nicht brillant, aber zumindest vielversprechend. Das eine oder andere Agentur-Meeting bis zur nächsten Sendung am 18. Februar kann allerdings nicht schaden. Die fabelhafte Idee, Polit-Wahnwitz aus Sicht einer neunmalklugen Beratungsagentur aufs Korn zu nehmen, funktioniert am besten, wenn Jonas die Geschäfte übernimmt – so wie in der Auftaktsendung beim grandiosen Dialog mit der schwäbischen „Baulöwin“ Maren Kroymann, die sich zwecks Wichtigtuerei eine soziale Aufgabe à la Stephanie zu Guttenberg wünscht. Der Kroymann schwebt „eine schöne, gefährliche CDU-nahe Kinderkrankheit“ vor, die „wo noch nicht erforscht ist“. Wunderbar böse! Mit dem immergleichen Kavanian-Kauderwelsch und vor allem mit der allzu goscherten Gruber, die Margot Käßmann rät, nicht mit dem eigenen Auto zur CSU nach Kreuth zu reisen (gähn!), geht’s aber allzu oft in flaches Land. Weitere Schwäche: Die Sendung wurde bereits im Dezember aufgezeichnet – während Deutschland über Dioxineier diskutiert, sind die Klugsch-Eisser noch mit Wikileaks beschäftigt. Satire aus dem Jahr 2010, gesendet 2011 – hier herrscht Beratungsbedarf beim BR.

Jörg Heinrich

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