Virtuose alter Schule

- Die "Falmouth"-Stradivari, die er spielt, stammt aus dem Jahr 1692, und er selbst wirkt wie eine Gestalt der Spätromantik: der griechische Violinist Leonidas Kavakos, der mittlerweile zur Weltklasse seines Faches gehört. Seine Ersten Preise beim Sibelius- und beim Paganini-Wettbewerb verschafften ihm weltweit Aufmerksamkeit. Seine musikalischen Partner sind die internationalen Spitzenensembles, und seit einigen Jahren ist Kavakos "Principal Guest Artist" der Camerata Salzburg.

<P>Gemeinsam mit den Münchner Philharmonikern unter Leitung von Christian Thielemann war er jetzt in der Philharmonie zu hören und präsentierte hier Beethovens D-Dur Violinkonzert op. 61 in einer Manier, die ihn als Virtuosen alter Schule ausweist. </P><P>Der 1967 in Athen geborene und dort heute auch lebende Grieche ist kein oberflächlicher Teufelsgeiger, der Zugeständnisse an ein sensationslüsternes Publikum befriedigt, sondern ein Solist allererster Güte, der seinen Zuhörern hohe Konzentration abverlangt. Kavakos, der schlanke Hüne im schwarzen Gehrock, wirkt introvertiert, als existierten nur er und seine Geige auf dem Podium, manchmal gar ein wenig distanziert. </P><P>Sein Beethoven ist eine Herausforderung. Kavakos verströmt Ruhe und Gelassenheit und einen schlanken Geigenton immer dicht an der Musik, nimmt sich sehr viel Zeit zum Gestalten, insbesondere im Allegro ma non troppo und dem Larghetto. Technisch ist Kavakos nicht nur perfekt, sondern er verfügt über eine makellose Tongebung, hohe Ausdruckskraft und einen wunderbaren Farbenreichtum. </P><P>Auch die Münchner Philharmoniker fanden in seiner Gegenwart zu ausgesprochen aufmerksamer und präziser Begleitung. So eingestimmt, widmeten sie nach der Pause schwelgerisch, mit großem Enthusiasmus und Kraftentladung der "Alpensinfonie" von Richard Strauss.<BR></P>

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