Schlechtester Wert seit 20 Jahren: Umfrage-Schock für die CSU

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Völlig unpolitisch

- Zwischen alten BMWs saß ein neuer GMD: Christian Thielemann, ab September 2004 Chef der Münchner Philharmoniker, ließ sich, bevor er zur Weihnachtsfeier des Orchesters eilte, im BMW-Pavillon am Lenbachplatz von Christoph Stölzl, Vizepräsident des Berliner Abgeordnetenhauses, befragen. Mit Wonne outete sich der 1959 in Berlin geborene Dirigent _ derzeit musikalischer Leiter der Deutschen Oper seiner Heimatstadt - als Traditionalist. Als einer, der in einem "völlig unpolitischen Haushalt" aufgewachsen ist.

<P>Er spielte Klavier, wandte sich der Orgel zu und landete - wegen der noch reicheren Möglichkeiten - beim Orchester. Nicht wegen des Schaueffektes, wie er betonte. Ein peinliches Vordirigieren in der Berliner Hochschule vor dem Spiegel schreckte ihn eher ab. Dennoch: Thielemann blieb dabei und gewann den Karajan-Wettbewerb, bei dem ihm Peter Ruzicka die "Ochsentour" empfahl. Er absolvierte sie. Resümee dieser lehrreichen Jahre: "Nach einer ,Gräfin Mariza ist man für Bruckner gewappnet."</P><P>Stölzl sprach auch Thielemanns Vorliebe für Wagner, Strauss und Pfitzner an. Thielemann erinnerte sich: "Als ich in Nürnberg zum Auftakt Pfitzners ,Palästrina, eine Bauchentscheidung, wählte, wurde ich in der Presse beschimpft, weil ich dieses ,nationalistische Scheißstück dirigierte. Es brach ein Pandämonium über mich herein, ich habe dagegen gehalten."</P><P>Angesprochen auf den neuen Bayreuther "Ring", den Thielemann mit Lars von Trier schmieden wird, gestand er: "Wir sind uns auf gewissen Grundlagen sehr einig. Trier respektiert Werk und Ort und zeigt eine große Ernsthaftigkeit. Er plant nicht den Skandal." Und zu seinem Münchner Amt äußerte Thielemann: "Ich hatte seit je einen Hang zum Süden. In Berlin ist die Hölle los, und ich freue mich auf eine entspanntere Arbeit mit einem Orchester, das mich so sehr wollte." Zudem möchte er, der das Dasein herumreisender Stars ein "Hundeleben auf hohem Niveau" nennt, sich mehr Zeit nehmen und neben der Arbeit mit den Philharmonikern gut leben und von der Stadt etwas haben. Pläne, Hoffnungen, die Stölzl toppte: "Das Land Bayern liegt ausgebreitet vor Ihnen."<BR></P>

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