Voller Bewunderung

- "Was ich ihm als Lernender und Nutznießer verdanke, kann ich kaum ermessen", bekennt der Autor. Und ein wenig pessimistisch: "Das Buch möchte kritisch auf die Bedeutung eines bereits wieder aus dem Gedächtnis entschwindenden Werkes hindeuten."

<P> Dietrich Fischer-Dieskau stellt daher in seiner Hugo-Wolf-Biografie alle einzeln komponierten Werke vor, die großen Liedzyklen bespricht er voller Bewunderung, aber ohne Pathos, klug aus der Praxis heraus, wichtig für Interpreten und reich an Hinweisen auf die literarischen Vorlagen. </P><P>Fischer-Dieskaus vielfältige Erfahrung ermöglicht ihm ein tiefes Eindringen in das Werk, aber auch ein tiefes Verständnis für den Menschen, die komplizierte Persönlichkeit Wolfs, des Radikal-Wagnerianers - aber auch für den sich selbst Überschätzenden, den (nicht ausgeprägten) Antisemiten, den Musikkritiker im "Salonblatt". <BR><BR>Das Buch überzeugt durch seinen souveränen Blick auf das Bekannte - mit wichtigen Akzenten, beispielsweise zum Verhältnis zu Mahler, dem Alters- und zeitweise auch Wohngenossen, kulminierend in dem Kapitel über Wolfs vergebliches Antichambrieren an der Wiener Hofoper und den Ausbruch des Wahnsinns. Die Biografie ist übrigens Elisabeth Schwarzkopf gewidmet, die wesentliche Teile des Wolf-Nachlasses besitzt.<BR></P><P>Dietrich Fischer-Dieskau: "Hugo Wolf. Leben und Werk." <BR>Henschel Verlag, Berlin. 558 Seiten, <BR>Preis: 39,90 Euro.<BR></P>

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