Vier Tage vor Anschlag: Attentäter flog von Düsseldorf nach Manchester

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Vorgestriges in der Muffathalle

- Die dröge Vorstellung bestätigte, was der Titel "Research-Labo DOCUMENT 4" schon vorab düster vermuten ließ: ein total verkopftes Projekt, das allenfalls der Konzept-Choreographin Lynda Gaudreau und den vier Darstellern/ Material-Zulieferern Ruth Geiersberger, Sabine Glenz, Chiang-Mei Wang und Ludger Orlok Spaß gemacht haben kann. Die Zuschauer zu beiden Seiten eines fast die gesamte Muffathalle durchlaufenden Catwalks, trotz tödlicher Langweile gesittet und geduldig, wie Münchner Kunstbetrachter nun mal sind, müssen sich insgeheim doch gefragt haben, aus welch triftigem Grund Walter Heuns Joint Adventures wohl solche abgefrühstückten Zufallsspielchen präsentiert.

Weil Lynda Gaudreau ein international gehandelter Name ist? Vor Jahren begeisterte ein hochbildnerisches Gaudreau-Stück im kleinen i-camp. Seitdem jedoch holt die Kanadierin nur noch die Avantgarde von Vorvorgestern nach: Ein von ihr erstelltes Ablauf-Gerüst füllen die Münchner Akteure mit eigenen "künstlerischen Identitäten" - nach einer Zufalls-Dramaturgie: Aus braunen Papiertüten ziehen sie alle zehn Minuten Zettelchen mit laut vorgelesenen Aktionsanweisungen, zum Beispiel "Text, Musik, Ruth". Worauf Ruth als Kommando-Frau fungiert, die Crew Eigenbau-Banalbefindlichkeiten ins Mikro spricht, auf vier kleinen Plattenspielern herumscratcht und bei anderen Zettelchen auch mal auf oder unten am Laufsteg sich ein paar Impro-Verrenkungen abquetscht. Alles so beliebig wie privat und oberfad. Aber geschwitzt wird. Fazit: Hart ist die Kunst und karg das Seh-Vergnügen.<BR><BR>

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