Wagner lehnt andere Komponisten für Bayreuth nicht kategorisch ab

- Berlin/Bayreuth - Katharina Wagner ist nicht grundsätzlich gegen die Aufführung von Werken auch anderer Komponisten als Richard Wagner bei den Bayreuther Festspielen. "Ich bin nicht kategorisch dagegen", sagte die Regisseurin, die auch als Nachfolgerin ihres Vaters Wolfgang Wagner als Leiterin der Richard-Wagner-Festspiele im Gespräch ist, in einem Interview der "Berliner Morgenpost".

"Aber Bayreuths Einzigartigkeit beruht auch auf seinem exklusiven Wagner-Repertoire. Womöglich hätte eine Öffnung Konsequenzen, dass es nicht mehr ausverkauft wäre oder dass der Mythos aufgegeben wird, von dem Bayreuth in Teilen ja lebt. Aber es könnte auch gegenteilige Folgen haben, dass es nämlich noch interessanter werden würde. All diese Risiken müsste man sehr sorgfältig mit den neuen Gesellschaftern abwägen." Katharina Wagner sprach sich auch dafür aus, neben "schon etablierten Wagner-Dirigenten" auch einmal "solche musikalischen Leiter zu verpflichten, die für eine andere Interpretationslinie stehen".

Katharina Wagner betonte erneut, dass sie für die Übernahme der Leitung der Bayreuther Festspiele zur Verfügung stehe, "wenn die Bedingungen stimmen". Sie fügte jedoch hinzu: "Aber mein Vater hat weder einen Rücktrittstermin genannt und auch nicht vor, einen zu nennen." Wolfgang Wagner leitet die Festspiele seit 1951 (bis 1966 zusammen mit seinem Bruder Wieland) und wird im August 88 Jahre alt. Sein Nachfolger muss vom Stiftungsrat der Festspiele gewählt werden, in dem unter anderem der Bund, der Freistaat Bayern und die Stadt Bayreuth vertreten sind.

Wagners Tochter betonte in dem Interview, es sei "kein Geheimnis", dass sie ästhetisch mit ihrem Vater weit auseinander liege. Vom Begriff der Werktreue halte sie sehr wenig. "Dann können wir nicht mehr innovativ sein, sondern stecken bald in unserem eigenen Sumpf fest." Katharina Wagner gibt zur Eröffnung der diesjährigen Bayreuther Festspiele am 25. Juli mit einer Neuinszenierung von Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" ihr Regiedebüt auf dem Grünen Hügel.

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