Wagner-Verbände uneins über Nachfolge in Bayreuth

Bayreuth/Gollwitz - In den Richard-Wagner-Verbänden herrscht Uneinigkeit darüber, wer künftig die Bayreuther Festspiele leiten soll. Der Wagner-Verband Mecklenburg-Vorpommern distanzierte sich am Montag von Äußerungen des Präsidenten der internationalen Richard-Wagner-Verbände, Josef Lienhart, der sich für Katharina Wagner ausgesprochen hatte. "Bayreuth darf nicht weiter zu einem Schickeria-Musentempel verkommen, wo jeder sich künstlerisch austoben kann, wie er möchte", erklärte Bruno Paulenz (Gollwitz), der Präsident des Verbandes von Mecklenburg-Vorpommern.

"In Bayreuth müssen die jeweils Besten der Wagner-Szene agieren, ohne Rücksicht auf Namen", forderte Paulenz. "Das ist bei Katharina Wagner und ihren Beratern sicher nicht gegeben, sondern hier spielen offensichtlich andere Faktoren eine dominante Rolle." Die 29-jährige Tochter und mögliche Nachfolgerin von Festspielchef Wolfgang Wagner (87) gab im Juli ihr Regiedebüt im Festspielhaus mit der Neuinszenierung der Oper "Die Meistersinger von Nürnberg".

Paulenz sagte, seine Meinung werde von vielen Wagner-Verbänden geteilt. Sogar der Generalsekretär des Verbandes Abu Dhabi, Ronald Perlwitz, schloss sich der Erklärung an. Dagegen hatte Lienhart dafür plädiert, Katharina Wagner dann, wenn die Nachfolgefrage anstehe, zur Probe einen Vertrag über einige Jahre zu geben. Mit ihrem Regiedebüt sei die 29-Jährige der Festspielleitung nähergekommen.

In Deutschland gibt es knapp 50 Richard-Wagner-Verbände mit insgesamt etwa 10 000 Mitgliedern.

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