Wagner und Weihnachtsstollen

- Natürlich Wagner. Und gleich dahinter die gute Therese. Denkt man an Bayern und Sachsen, fallen zunächst diese Namen. Die Patronin der Theresienwiese ist untrennbar mit dem berühmtesten Fest, dem Oktoberfest, verknüpft. Als sächsische Prinzessin durfte sie zwar Bayerns Königin sein - belastet aber mit Ludwig I., einem knickrigen, untreuen, zu ihr unverschämten Ehemann. Auch Richard Wagner hatte nicht nur Vorteile von seiner innigen Liaison mit dem hiesigen Königshaus: Ludwig II. war begeisterter, zugleich anstrengender Musikliebhaber.

<P>In dem Bildband "Bayern & Sachsen" werden nicht nur die künstlerischen Verbandelungen der beiden Länder beleuchtet, sondern auch Geschichte, wirtschaftliche Beziehungen, aktuelle Politik, Zusammenarbeit der Kommunen bis hin zu so angenehmen Phänomenen wie Wein oder Weihnachtsstollen aus Sachsen. Das Buch lässt die Verbindung nicht erst mit den Wettinern und Wittelsbachern beginnen. Schon Kaiser Otto der Große, ein Sachse, machte seinen Bruder zum Herzog von Baiern. Sein Enkel wurde 1002 König: Heinrich II. Heutzutage zählen eher BMW in Leipzig, Siemens in Dresden und andere Firmen, wie die Autoren mit vielen Beispielen belegen. Am schönsten lesen sich jedoch die Geschichten aus der Kunst. Und da kann sich Ludwig I. rehabilitieren. So holte er auch aus Sachsen Künstler, etwa Julius Schnorr von Carolsfeld, der die Nibelungensäle der Münchner Residenz dramatisch ausschmückte.</P>Prinz Albert Herzog zu Sachsen und Walter Beck: "Bayern & Sachsen". Universitas Verlag, München, 416 Seiten; 68 Euro.<BR>

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