Wagner-Parade für Einsteiger

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Endspurt für Lorin Maazel und seine Verpflichtungen beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, bevor er seine Oper nach Orwells "1984" fortsetzt (Uraufführung 2004) und sich auf die Leitung des New York Philharmonic Orchestra konzentriert. Zu einem finalen Münchner Gastspiel kommt Maazel im März zu den BR-Symphonikern, im April und Mai geht es gemeinsam nach Japan und in die USA.<BR><BR>Für BR-Abonnenten gab's jetzt in der Münchner Philharmonie die beiden letzten Maazel-Konzerte _ mit zwei im Anspruch sehr unterschiedlichen Werken: dem an Strawinsky und Gershwin erinnernden G-Dur-Klavierkonzert von Maurice Ravel und Richard Wagners "Ring des Nibelungen" in Bearbeitung von Maazel als "Der Ring ohne Worte".<BR><BR>Rudolf Buchbinder spielte den Solopart in Ravels von rhythmischen Extravaganzen und Jazz-Elementen geprägtem, vornehmlich heiterem Werk, für das Mozart und Saint-Saë¨ns Vorbilder waren. Mit lockerer Akribie nahm er die raffiniert gesetzten Themen des ersten Satzes, die sich unter anderem an spanischer und baskischer Volksmusik anlehnen. Wohl dosiert und präzise war im zweiten Satz der stereotype Begleitrhythmus der linken Hand, den Schlusssatz gestaltete Buchbinder virtuos in Tempo und Perfektion.<BR><BR>Den Kontrast dazu bildete das gut einstündige, wortlose "Ring"-Opus Maazels, das sich auf die orchestralen Abschnitte von Wagners Partituren konzentriert. Eine "Ring"-Hitparade oder "Light"-Version für Einsteiger zur Klanggewöhnung. Um die musikalische Motivik von "Rheingold" bis "Götterdämmerung" zu verstehen, kommt man jedoch nicht umhin, sich mit Wagners Gesamtopus zu beschäftigen. Zudem gibt die gestraffte Orchesterversion in ihrer Opulenz kaum Gelegenheit zum gedanklichen Innehalten. Doch der Publikumsjubel für Meister und Orchester fegte über jeden Zweifel hinweg.<BR>

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