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Waldemar Hartmann, der „Duzbruder“ der Stars.

Waldi Hartmann im Lustspielhaus

In „Born to be Waldi“ erzählt Waldemar Hartmann im Lustspielhaus aus seiner Karriere.

Waldi mit dem „Kaiser“, Waldi mit Sepp Maier, Waldi mit Lothar Matthäus – ein Sportreporter und die Promis des Sports, die Könige von heute und ihr Hofnarr. Und weil Waldemar Hartmanns Heimat das (Bayerische) Fernsehen ist, hat er solche Bilder, solche Szenen schnell zur Hand. Mit 61 ist der (Wahl-)Oberbayer aus der Flimmerkiste herausgeklettert und präsentiert in seinem multimedialen Programm „Born to be Waldi – 30 Jahre in der Anstalt“ die schönsten Schnipsel und die schönsten Anekdoten seiner Karriere. Am Dienstagabend war Anstoß im Münchner Lustspielhaus.

Für die, die den Duzbruder der Stars nicht mögen, muss diese Revue – erst mit, dann ohne Schnäuzer präsentiert – eine Tortur sein, alle anderen können sich mit ihm und über ihn bestens amüsieren. Denn Hartmann kann über sich selbst lachen, er ist ein Masochist, der – so scheint’s – viel Freude dabei empfindet, so oft wie möglich unter der Weißbierdusche zu stehen, auch im übertragenen Sinn.

Und so führt er auf der Leinwand gern Momente vor, die ihn in kritischen Situationen zeigen, mit Rudi Völler bei dessen legendärer Suada im Ersten vor sechs Jahren beispielsweise, oder mit Franz Beckenbauer im BR, der ihm bescheinigte, er sei ja „so lästig wie der Rubenbauer“. Unparteiische, Trainer, Spieler und Spielerfrauen – Waldi hat eine Menge an (Insider-)Wissen und an Witzen gesammelt, und er strahlt wie ein Flutlichtmast, wenn er im leicht angetrachtelten Outfit seine Geschichten zum Besten gibt, vom „Calli“, mit dem er in Japan teuer schlemmte, oder von Uli Hoeneß, dessen Lederhose er einst verwettete.

Dass sich hier und da auch ein paar Zoten und Kalauer druntermischen – macht nix, der Schiri hat’s nicht gesehen. Man wundert sich über die scharfen Schüsse, die der populäre Sportjournalist auf den Sender („Nur Häuptlinge, keine Indianer“) abgibt, der ihn doch groß gemacht hat – und ist im nächsten Moment verblüfft, wenn er sich als subversives Element outet, das auch mal eine Fantasiesportmeldung in der „Rundschau“ untergebracht oder die Sendung gleich als Ganzes vorher aufgezeichnet hat, um anschließend auf der Wiesn zu feiern. Waldi bleibt eben Waldi. Ein Harry (der ihm übrigens bei der Premiere die Ehre gab) wird zwar nie aus ihm – aber das erwartet ja auch niemand.

Von Rudolf Ogiermann

Rückspiel am 27. September um 20.30 Uhr, Telefon 089/34 49 74.

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