Walzerträume

- Bekannt wurde sie durch zahlreiche Heimat- und Musikfilme: Renate Holm, die heute ihren 75. Geburtstag feiert, wird gern in Verbindung gebracht mit 50er-Jahre-Streifen wie "Fräulein vom Amt", "Wunschkonzert" oder "Wo die Lerche singt". Doch das alles war für sie nur Mittel zum Zweck.

Renate Holms Ziel war nämlich stets die Opernbühne, auf der sie - nicht zuletzt Dank der Unterstützung von Dirigenten wie Herbert von Karajan - eine große und lange Karriere startete. Zu ihren häufigsten Gesangspartnern zählten dabei Rudolf Schock und Fritz Wunderlich.

Geboren als Renate Franke wuchs Renate Holm in Berlin auf. Sie arbeitete zunächst als zahnärztliche Assistentin, um das Geld für die Gesangsausbildung zu verdienen. Der erste Schritt zur Bühnenkarriere gelang ihr 1951 beim Probesingen für den Berliner Rundfunksender RIAS. Bis 1957 erhielt sie dann Engagements für 15 Musikfilme.

Doch Renate Holm gab sich damit nicht zufrieden und triumphierte 1957 als Helen im "Walzertraum" von Oscar Straus an der Wiener Volksoper. Karajan holte sie drei Jahre später für die Rolle des Gretchens in Lortzings "Wildschütz" an die Wiener Staatsoper. Ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen feierte sie 1961 als Papagena in Mozarts "Zauberflöte". In den folgenden Jahren sang sie in vielen wichtigen Opernhäusern weltweit.

Renate Holm erarbeitete sich ein reiches Repertoire im Opernfach von Mozart bis Verdi und trat auch als Liedinterpretin auf. In den 70er-Jahren kamen Fernsehsendungen dazu. 1987 übernahm sie in "Miniaturen" von Curt Goetz am Berliner Theater am Kurfürstendamm erstmals eine Sprechrolle. Eine der Spezialitäten der Wahl-Wienerin ist bis heute das Wiener Lied.

Nach einer über 50 Jahre langen Karriere ist es inzwischen etwas ruhiger um die in Wien lebende Sängerin und Schauspielerin geworden, die 1971 zur österreichischen Kammersängerin ernannt wurde. In den letzten Jahren war Renate Holm an der Volksoper in Wien zu sehen und ist beliebter Gast beim sommerlichen Operettenfestival in Bad Ischl. Von September an wird sie im Theater in der Wiener Josefstadt zu erleben sein: als "Gräfin Viktoria" in "Mich hätten Sie sehen sollen", nach "Viktoria und ihr Husar" von Paul Abraham.

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