Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un will Atomwaffen komplett abbauen

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Der Wanderer

- Beim "Parsifal" des letzten Bayreuther Festspielsommers stand er noch etwas im Schatten von Christoph Schlingensief. Doch nun, beim Sonderkonzert der Musica Viva im Münchner Prinzregententheater, war Pierre Boulez der unumstrittene Star. Nächsten Monat wird Boulez, der sich seit Beginn seiner Karriere mit Leib und Seele für die zeitgenössische Musik einsetzt, 80 Jahre alt. Und es passt zum umtriebigen Franzosen, dass er sich nicht einfach nur feiern lässt, sondern auch für sein Geburtstagskonzert persönlich ans Podium tritt.

<P>Schon nach den beiden ersten Stücken, der "Kammersinfonie" von Schönberg und York Höllers "Ex tempore", wurde der Jubilar vom Publikum frenetisch gefeiert. Kein Wunder, war Boulez hier doch in seinem ureigenen Element. Und mit dem 1976 von ihm selbst ins Leben gerufenen Ensemble Intercontemporain stand ihm ein Orchester zur Verfügung, das ganz auf seinen Dirigenten eingeschworen ist und ihm bis in den kleinsten Nuancen seiner Interpretation zu folgen vermag. Schien Boulez bei der "Kammersinfonie" noch etwas zaghaft am Werk, konnte er beim "Ex tempore" auftrumpfen. Aus dem anfänglichen intimen Dialog zwischen Harfe und Klavier baute er behutsam ein facettenreiches Klanggemälde und verstand es dabei, ebenso die scharfen Kontraste der Komposition herauszuarbeiten. Eine Tugend, von der auch Elliott Carters "Reflexions" profitierte, ein Auftragswerk des Ensemble Intercontemporain zu Ehren von Boulez' 80. Geburtstag.<BR><BR>Selbstverständlich war neben dem Dirigenten auch der Komponist Boulez an diesem Abend vertreten. Mit den 1969 entstandenen "Domaines für Klarinette und Orchester" schickte Boulez seinen Solisten Alain Damiens buchstäblich auf Wanderung durch die klanglichen Dimensionen des Orchesters, das hier, aufgeteilt in sechs Gruppen, an den verschiedenen Ecken des Podiums postiert war. Im Zentrum des Geschehens: der dirigierende Komponist, der die einzelnen Gruppen mit ruhiger Hand koordinierte. Wie von Boulez nicht anders gewohnt, blieb dabei stets das Werk selbst im Mittelpunkt, das gemeinsame Schaffen von Musik. So ließ sich der Jubilar am Ende auch nicht alleine, sondern im Kreise seines Ensembles feiern. </P>

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