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Joanne K. Rowling .

Warten auf den Barden

Ende der Geheimhaltung: Morgen erscheinen fünf Märchen der "Harry Potter"-Autorin Joanne K. Rowling zeitgleich in mehreren Ländern.

Für Freunde von Harry Potter ist es, als ob sich ein kleines Fenster öffnet. Zu entdecken: neue magische Einzelheiten aus der Welt des Zauberlehrlings. Zwar ist die siebenbändige Saga um Harry und seine Freunde, die inzwischen in 62 Sprachen übersetzt wurde, unwiderruflich beendet - seine Schöpferin Joanne K. Rowling aber liefert nun neuen Lesestoff: "Die Märchen von Beedle dem Barden", die morgen in Großbritannien, Deutschland und zahlreichen Ländern weltweit gleichzeitig erscheinen, sind auf den ersten Blick lediglich fünf Geschichten ohne Harry-Bezug.

Jedoch: "Rowling hat sich eine ganze Welt ausgedacht, aus der die Harry-Potter-Bücher nur ein Ausschnitt sind", sagt Katrin Hogrebe vom Hamburger Carlsen Verlag, bei dem die deutsche Übersetzung erscheint. "Sie ist zwar verschwiegen und gibt nur ganz wenigen Leuten Einblick in ihre Zettelkästen oder Notizbücher. Sicher ist aber, dass sie noch ganz viel Material hat." Wann genau die fünf Märchen von Beedle entstanden sind, ist zwar nicht klar - eines ist den Lesern aber aus dem siebten und letzten Potter-Band bekannt. "Rowlings Welt hat ihre ganz eigene Geschichte, ihre eigenen Mythen, Grenzen und Gesetze", sagt Hogrebe.

Schon 2001 hatte die Erfolgsautorin Hintergründe verraten und zwei Schulbücher veröffentlicht, die im Potter-Alltag ebenfalls als "Bücher im Buch" eine Rolle gespielt hatten. Wie auch bei den jetzt erscheinenden Märchen gingen laut Carlsen schon damals sämtliche Erlöse an einen guten Zweck. Die Honorarerlöse aus dem neuen Buch spendet die 43-Jährige, deren Vermögen das Forbes Magazine in den Jahren 2004 bis 2007 auf eine Milliarde US-Dollar schätzte, an die von ihr gegründete Hilfsorganisation "Children’s High Level Group", die sich für hilfsbedürftige Kinder vor allem in Osteuropa einsetzt. Wie viele Millionen die mindestens 23 Übersetzungen des Märchenbuchs einbringen werden, ist schwer zu sagen - von bis zu fünf Millionen Euro ist die Rede.

Obwohl Inhaltsangaben der "Märchen von Beedle dem Barden" seit Monaten im Internet nachzulesen sind, gilt für die Veröffentlichung des Buches fast dieselbe Geheimstufe wie für die Potter-Bände. Vor dem morgigen Erstverkaufstag darf kein Exemplar an die Öffentlichkeit gelangen - auch die Literaturkritiker haben nicht das normalerweise übliche Rezensionsexemplar vorab erhalten.

Wer aber ein Buch vorbestellt hat, soll morgen garantiert seine Lieferung bekommen, verspricht der Verlag. Dass die Geheimniskrämerei selbst bei dem Märchenbuch eingehalten wird, liegt nach Angaben von Carlsen an Rowling selbst: "Sie will, dass die Spannung für alle diejenigen, die selber lesen möchten, bestehen bleibt", erläutert Hogrebe. Ob Rowling in Zukunft noch mehr Einblicke in ihre magische Welt gewähren wird, weiß allerdings niemand. Hogrebe: "Da kann man nur hoffen."

Britta Gürke

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