Wassermassen bedrohen Kultureinrichtungen

- Dresden - Vom Hochwasser sind in Sachsen und Sachsen-Anhalt auch zahlreiche Kultureinrichtungen betroffen. In Mitleidenschaft gezogen ist vor allem Dresden. Die Museen der Staatlichen Kunstsammlungen im Zwinger, der Sempergalerie und im Albertinum haben bereits Wasser in den Depots, die zum Teil seit Tagen ausgepumpt werden.

<P>Die Depots der Gemäldegalerie Alte und Neue Meister, der Porzellansammlung, der Rüstkammer und der Skulpturensammlung sind fast vollständig geräumt, die Kunstwerke wurden vor dem Wasser in höheren Etagen in Sicherheit gebracht.</P><P>Bis auf einige Gemälde der Alten Meister, die sicher unter der Depotdecke hängen, sowie Großplastiken wurde alles gerettet. Ebenso gesichert wurden die Stücke im Kunstgewerbemuseum Schloss Pillnitz, das inzwischen auch im Wasser steht. Der Innenhof des Zwingers ist zum zweiten Mal ein großer See. Hier wurden auch die Exponate aus den unteren Räumen des Mathematisch-Physikalischen Salons nach oben geräumt.</P><P>In der Sächsischen Staatsoper steht das Erdgeschoss des Funktionsgebäudes unter Wasser. In der Semperoper sind das Kellerrestaurant und einige Räume unterhalb des Zuschauersaales betroffen. Das Schauspielhaus, in dem die Weißeritz bei der ersten Flut 26 000 Kubikmeter Wasser in die neun Meter tiefe Unterbühne gedrückt hatte, steht erneut unter Wasser. "Der Intendant steht davor und muss zusehen, wie sein Haus zum zweiten Mal absäuft", sagte Pressedramaturgin Cynthia Schwab der dpa.</P><P>Weiterhin Wasser im Keller hat das Japanische Palais, in dem das Museum für Völkerkunde und Archäologie untergebracht ist. Aber auch hier wurden die dort aufbewahrten Stücke in obere Etagen geräumt. Einsatzkräfte pumpen zudem seit Tagen die Keller des im Wiederaufbau befindlichen Schlosses aus, in dem auch das Schlosstheater unter Wasser steht. Auch im durch Wiederaufbau geretteten Taschenbergpalais hat das Wasser den roten Teppich überflutet.</P><P>In Sachsen-Anhalt traf es vor allem das Bauhaus in Dessau. Wichtige Kulturgüter wurden ausgelagert, die Ausstellung geschlossen. Unersetzbare Gemälde, Fotos oder Dokumente aus der Bauhaus-Geschichte kamen an einen sicheren Ort. Das Bauhaus sowie die nahe gelegenen Häuser der Bauhaus-Meister gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.</P>

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