Weimar: Barenboims Friedensklänge

- Ovationen gab es am Montagabend für das West-Eastern Divan Orchestra unter seinem Dirigenten Daniel Barenboim beim Kunstfest in Weimar. Vor sieben Jahren war das Orchester dort gegründet worden, und es gleicht einem Wunder, dass die jugendlichen Musiker aus Israel, Palästina, Libanon, Ägypten, Jordanien und Syrien in Zeiten kriegerischer Auseinandersetzung in Nahost gemeinsam gastieren konnten.

"In diesem Jahr steht unser Projekt in scharfem Kontrast zu der Grausamkeit und Brutalität, die so vielen unschuldigen Zivilisten ein normales Leben und die Erfüllung ihrer Ideale und Träume unmöglich macht", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Orchesters.

Die meisten der jungen Musiker unterschiedlicher Herkunft hat es private Auseinandersetzungen und Konflikte mit ihren Familien gekostet, um überhaupt an der Tournee teilnehmen zu können. "Es war natürlich eine schwere Zeit für uns, miteinander zu proben, geschweige denn miteinander zu leben in einer Zeit, in der der Krieg läuft!", sagte Barenboim und beschrieb das Orchester als "eine kleine unabhängige Republik". Zur Bedeutung gerade dieses Klangkörpers für ihn, erklärte der berühmte Künstler: "Es ist das Wichtigste, was ich tue!"

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