Der weise Ratschlag des OB

- Als Ruth Drexel Mitte der 80er-Jahre zum ersten Mal Intendantin des Münchner Volkstheaters werden sollte, habe sie geäußert, mit einem Etat von sieben Millionen Mark nicht auszukommen. Christian Ude riet ihr damals, darüber kein Wort zu verlieren, die sieben Millionen zu akzeptieren, und sollte sich dann ein Defizit ergeben, würde der Stadt ja nichts anderes übrig bleiben. . .

<P>Da darf Christian Stückl, Nachfolger Ruth Drexels, aber beruhigt sein. Denn als Ude jetzt beim SPD-Kulturforum dieses Histörchen zum Besten gab, tat er dies natürlich nicht absichtslos. Gleichzeitig überbrachte er dem Intendanten die frohe Botschaft aus der Fraktion: den Etat des Münchner Volkstheaters auf 4, 6 Millionen Euro festzusetzen. 4, 7 Millionen hatte Stückl beantragt. Vorausgegangen waren seinerseits bereits kräftige Einsparungen.</P><P>So hatte das Volkstheater im Jahr 1997 102 Angestellte; Stückl hat auf 73 reduziert. Dennoch hatte der Kämmerer ursprünglich für 2003 bloß 4, 1 Millionen Euro vorgesehen. Was zur Folge gehabt hätte, dass aus dem Volkstheater eine En-suite-Bühne nach dem Muster der Komödien geworden wäre. Christian Ude, froh über die positive Wendung: "Ich denke, damit konnte der Abschied vom Repertoiretheater vermieden werden."</P><P>Ansonsten drehte sich die öffentliche Befragung Christian Stückls durch den OB hauptsächlich um Inhaltliches _ um Stücke und den bayerischen Dialekt, um die jungen Schauspieler und das Publikum. Festlegen lassen wollte sich der Intendant auf gar nichts, außer auf sich selbst: "Ich bin erst einmal selber Künstler, bin, wie Dieter Dorn, ein Regie führender Intendant. Und ich möchte in erster Linie meine Geschichten erzählen. Das, was mich packt, packt, denke ich, auch die Zuschauer." Was Volkstheater sei? Stückl: "Wenn ich das wüsste. Aber ich glaube, ich habe immer Volkstheater gemacht, denn ich will ein Theater für die Menschen machen."<BR></P>

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